Das Terrassengefälle: Warum es mit der Wasserwaage unerlässlich ist

Das exakte Messen des Terrassengefälles mit einer Wasserwaage ist ein fundamentaler Schritt bei jedem Terrassenbauprojekt. Eine korrekte Neigung stellt sicher, dass Oberflächenwasser effizient abfließen kann und sich nicht auf der Terrassenoberfläche sammelt. Staunässe kann langfristig zu Schäden am Terrassenbelag, wie Holzverzug oder Frostaufbrüchen bei Steinplatten, führen. Zudem ist ein angemessenes Gefälle wichtig, um die Stabilität des Unterbaus zu gewährleisten und Rissen im Fundament vorzubeugen. Die Wasserwaage wird hier zum unverzichtbaren Werkzeug, um diese kritische Bauvorgabe präzise zu erfüllen und die Werterhaltung Ihrer Terrasse von Beginn an zu sichern.

  • Korrekte Neigung sorgt für effizienten Wasserabfluss.
  • Verhindert Staunässe und Materialschäden an der Terrasse.
  • Wichtig für Stabilität des Unterbaus und Langlebigkeit.
  • Wasserwaage ist Schlüsselwerkzeug für präzise Messung.

Die Funktion einer Terrasse beschränkt sich nicht nur auf die Ästhetik und den nutzbaren Raum im Freien. Ihre praktische Nutzbarkeit hängt maßgeblich von ihrer Konstruktion ab, insbesondere vom Gefälle. Ohne ausreichendes Gefälle kann Regenwasser nicht zügig ablaufen, was nicht nur unschöne Wasserflecken hinterlässt, sondern auch die Bausubstanz angreift. Holz kann aufquellen oder verrotten, Fugenmaterial zwischen Pflastersteinen kann ausgewaschen werden und bei gefliesten Terrassen besteht die Gefahr, dass Wasser in den Unterbau eindringt und dort Frostschäden verursacht.

Auch aus Sicht der Statik und des langfristigen Werterhalts spielt das Gefälle eine wichtige Rolle. Ein gleichmäßiger Wasserablauf vermeidet punktuelle Belastungen durch stehendes Wasser und stützt die strukturelle Integrität des Unterbaus. Eine gut geplante und umgesetzte Neigung ist somit eine Investition in die Langlebigkeit und Sicherheit Ihrer Außenanlage. Die Wasserwaage ist dabei das Werkzeug der Wahl, um die Einhaltung der geforderten Neigungswerte exakt zu verifizieren.

Die anfängliche Anstrengung, das Gefälle korrekt einzurichten und zu überprüfen, zahlt sich über Jahre hinweg aus. Sie minimiert kostspielige Reparaturen und erhält den Wert und die Freude an Ihrer Terrasse. Darum ist es entscheidend, die Technik der Messung und die relevanten Werte genau zu verstehen.

Regelwerke und empfohlene Gefällewerte für Terrassen

Für den Bau von Terrassen gibt es etablierte Richtlinien, die das notwendige Gefälle definieren. In Deutschland orientiert man sich oft an DIN-Normen und gängiger Praxis im GaLaBau (Garten- und Landschaftsbau). Allgemein wird ein Mindestgefälle von 2 % empfohlen, was bedeutet, dass die Terrasse pro Meter Länge um 2 Zentimeter abfallen sollte. Manche Quellen und spezifische Anwendungsfälle, wie beispielsweise bei stark beanspruchten Belägen oder in Regionen mit extremen Niederschlagsmengen, raten sogar zu einem Gefälle von 3 %.

Die 2 % Regel: Ein bewährter Standard

Ein Gefälle von 2 % ist ein guter Kompromiss. Es ist in der Regel ausreichend, um Regenwasser effektiv abzuleiten, ohne dass die Neigung für die Nutzer der Terrasse spürbar wird oder die Stellfläche für Möbel signifikant beeinträchtigt. Bei einer Terrassenbreite von 4 Metern würde ein 2 % Gefälle einen Höhenunterschied von 8 Zentimetern über die gesamte Länge bedeuten. Dies ist für die meisten Anwendungen eine praktikable und effektive Lösung, um Staunässe zu vermeiden.

Wann mehr Gefälle sinnvoll ist

In bestimmten Situationen kann es ratsam sein, ein stärkeres Gefälle zu realisieren. Dazu zählen:

  • Extremwetterzonen: Gebiete mit sehr häufigen und starken Regenfällen oder Schneeschmelze profitieren von einem stärkeren Gefälle zur schnelleren Ableitung des Wassers.
  • Spezieller Belag: Manche Beläge, wie z.B. bestimmte Holzarten, die empfindlich auf langanhaltende Feuchtigkeit reagieren, oder empfindliche Natursteinplatten, können von einem zusätzlichen Sicherheitsspielraum durch ein 3 % Gefälle profitieren.
  • Konstruktionsbedingt: Wenn die Konstruktion des Unterbaus oder die angrenzenden Bereiche (z.B. Terrassentür) ein höheres Gefälle erfordern, um Wassereintritt zu verhindern.

Das Ziel ist immer, eine trockene Oberfläche zu gewährleisten und die Langlebigkeit der Konstruktion zu maximieren. Die Wahl des exakten Wertes hängt von lokalen Gegebenheiten, dem gewählten Material und den individuellen Anforderungen ab. Die Wasserwaage ist hierbei das entscheidende Instrument zur exakten Umsetzung.

Die präzise Einhaltung dieser Gefällewerte ist essenziell, um Folgeschäden zu vermeiden und die Funktionalität der Terrasse langfristig zu gewährleisten.

Die Wasserwaage als Werkzeug zur Gefällemessung

Die klassische Wasserwaage ist ein grundlegendes Messinstrument, das aus einem Körper mit einer oder mehreren Libellen besteht. Diese Libellen enthalten eine Flüssigkeit (oft Spiritus oder ein ähnliches Medium) und eine Luftblase. Deren Position innerhalb der markierten Skala zeigt an, ob eine Oberfläche horizontal (im Wasser), vertikal (im Lot) oder geneigt ist. Für die Messung des Terrassengefälles ist sie ein zuverlässiges und kostengünstiges Werkzeug.

Grundprinzip der Messung

Um das Gefälle einer Fläche mit einer Wasserwaage zu messen, legt man diese auf die zu prüfende Oberfläche. Bei einem Gefälle wird die Luftblase nicht zwischen den Mittelmarkierungen der Libelle liegen, sondern in Richtung des tiefer gelegenen Punktes wandern. Die Skala der Wasserwaage erlaubt es, diesen Winkel oder die Abweichung von der Horizontalen abzulesen.

Arten von Wasserwaagen für das Gefälle

  • Standard-Wasserwaage: Diese ist für die grundlegende Prüfung gut geeignet, liefert aber oft nur eine qualitative Aussage oder eine grobe Winkelanzeige. Sie ist meist wenige Zentimeter bis über einen Meter lang.
  • Wasserwaage mit Neigungsmesser/Winkelanzeige: Spezielle Wasserwaagen verfügen über eine zusätzliche Skala oder ein integriertes Gerät (oft mechanisch oder digital), das den Neigungswinkel direkt in Grad oder Prozent anzeigt. Dies ist für die präzise Einhaltung der 2 % oder 3 % ideal.
  • Digitale Wasserwaage: Diese elektronischen Geräte bieten oft eine hochpräzise Anzeige des Winkels in Grad, Prozent oder sogar Neigungsmaßeinheiten. Sie sind besonders nützlich, wenn genaue Werte gefordert sind, wie es bei professionellen Bauprojekten der Fall ist. Modelle wie die Caratec digitale Wasserwaage oder die Caratech ab Easylevel digitale Wasserwaage sind Beispiele für solche präzisen Werkzeuge.
  • Laser-Wasserwaage: Während eine Laser-Wasserwaage primär zur Übertragung von Nivellierlinien dient, kann sie in Kombination mit einem Empfänger oder durch das Ablesen des Laserpunktes auf einer Skala auch zur Überprüfung von Gefällen eingesetzt werden, insbesondere über größere Distanzen.
  • Ausziehbare Wasserwaage: Längere ausziehbare Wasserwaagen sind besonders vorteilhaft, um das Gefälle über längere Strecken einer Terrasse zu messen und eventuelle Unebenheiten im Untergrund auszugleichen oder zu identifizieren. Eine 2 Meter Wasserwaage ist hierfür oft eine gute Wahl.

Was Sie ablesen können: Grad vs. Prozent

Die meisten Bauvorschriften und Empfehlungen für Terrassengefälle beziehen sich auf Prozentwerte. Ein Gefälle von 2 % bedeutet, dass die Höhe pro 100 Längeneinheit um 2 Einheiten abfällt. Dies entspricht einem Winkel von etwa 1,15 Grad. Eine digitale Wasserwaage, die auch Prozentwerte anzeigen kann, ist hier am praktischsten, um das 2 prozent gefälle wasserwaage ablesen zu können.

Die Wahl der richtigen Wasserwaage hängt von der geforderten Präzision und der Größe der Terrasse ab. Für exakte Ergebnisse sind digitale Modelle oder solche mit integrierter Prozentanzeige zu bevorzugen.

Praktische Anleitung: Gefälle mit der Wasserwaage messen

Das Messen des Terrassengefälles ist kein komplexer Vorgang, erfordert aber Sorgfalt und die richtige Anwendung der Wasserwaage. Beachten Sie, dass das Gefälle idealerweise in Richtung des natürlichen Wasserablaufs zeigen sollte, meist weg vom Haus (zur Gartenseite hin oder zu einem Abflusspunkt). Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass die Oberfläche, auf der Sie messen, relativ sauber ist, um Fehlmessungen durch lose Partikel zu vermeiden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung des Bereichs: Entfernen Sie groben Schmutz, Laub oder Steine von der Terrassenoberfläche, auf der Sie messen möchten.
  2. Auswahl der Messstrecke: Wählen Sie eine gerade, repräsentative Strecke auf Ihrer Terrasse, idealerweise über die gesamte Breite oder Länge, um das durchschnittliche Gefälle zu ermitteln. Wenn Ihre Terrasse sehr groß ist, messen Sie an mehreren Stellen, um sicherzustellen, dass das Gefälle überall korrekt ist.
  3. Positionierung der Wasserwaage: Legen Sie die Wasserwaage so auf die Terrassenoberfläche, dass sie parallel zur gewünschten Fallrichtung liegt. Wenn Sie das Gefälle von der Hauswand weg messen, legen Sie die Wasserwaage so, dass ein Ende näher an der Wand und das andere Ende weiter entfernt ist.
  4. Ablesen der Libelle (Standard-Wasserwaage): Bei einer Standard-Wasserwaage sehen Sie, dass sich die Luftblase aus der Mitte bewegt. Wenn die Blase zur tieferen Seite hin wandert, haben Sie ein Gefälle. Sie können abschätzen, wie stark das Gefälle ist, indem Sie die Wasserwaage leicht anheben oder neigen, bis die Blase zentriert ist. Die Neigung, die Sie dann auf der Skala ablesen (oft in Millimetern pro Meter oder Grad), gibt Aufschluss.
  5. Ablesen der Skala (Wasserwaage mit Anzeige): Wenn Sie eine Wasserwaage mit einer digitalen Anzeige oder einer speziellen Skala für Neigungswinkel verwenden, lesen Sie den Wert direkt ab. Suchen Sie nach der Anzeige für Prozent (%) oder Neigungswinkel (Grad).
  6. Berechnung (falls nötig): Wenn Ihre Wasserwaage nur Winkel in Grad anzeigt, können Sie diese mit einer Formel in Prozent umrechnen: Prozent = tan(Winkel in Grad) * 100. Oder nutzen Sie die Regel: 1 Grad ≈ 1,75 %. Für 2 % benötigen Sie also ca. 1,15 Grad. Wenn Sie die Länge der Messstrecke (L) und den Höhenunterschied (H) messen, ist das Gefälle in Prozent = (H / L) * 100.
  7. Überprüfung an mehreren Punkten: Wiederholen Sie die Messung an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Richtungen (Längs- und Quergefälle), um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Tipp: Verwenden Sie eine längere Wasserwaage (z.B. eine 2 Meter Wasserwaage) für präzisere Ergebnisse über größere Distanzen. Sie gleicht kleinere Unebenheiten besser aus und zeigt das tatsächliche Gesamtgefälle.

Das 2 prozent gefälle wasserwaage ablesen ist mit den richtigen Werkzeugen und einer strukturierten Vorgehensweise gut machbar.

Häufige Fehler bei der Gefällemessung und wie man sie vermeidet

Auch bei einfachen Messungen wie der Ermittlung des Terrassengefälles können Fehler unterlaufen, die die Funktionalität beeinträchtigen. Ein Grundprinzip für korrekte Messungen ist, stets von einem definierten Punkt auszugehen und die Messung konsistent durchzuführen. Die Wasserwaage ist zwar ein präzises Werkzeug, ihre Aussagekraft hängt jedoch stark von der korrekten Anwendung ab.

Typische Fallstricke und deren Vermeidung

  • Fehlende oder unebene Unterlage: Die Messung auf einer stark verschmutzten oder unebenen Oberfläche verfälscht das Ergebnis. Eine gründliche Reinigung vor der Messung ist unerlässlich.
  • Unzureichende Wasserwaagenlänge: Eine zu kurze Wasserwaage kann kleinere Unebenheiten im Belag überdecken und das tatsächliche Gesamtgefälle verfälschen. Es ist ratsam, eine ausreichend lange Wasserwaage zu verwenden oder mehrere Messungen nebeneinander durchzuführen und die Ergebnisse zu mitteln.
  • Falsche Ausrichtung der Wasserwaage: Die Wasserwaage muss exakt parallel zur Fallrichtung der Terrasse ausgerichtet sein. Eine schräg dazu liegende Wasserwaage liefert falsche Werte.
  • Messung auf einer bereits beschädigten oder welligen Fläche: Wenn die Terrasse bereits Vorschäden aufweist, kann dies die Messung erschweren. In solchen Fällen ist es wichtig, das Gefälle an mehreren Punkten zu überprüfen und auch die Ursache für die Wellenbildung zu identifizieren.
  • Ungenauigkeit bei nicht-digitalen Wasserwaagen: Das Ablesen von Skalen auf mechanischen Wasserwaagen kann fehleranfälliger sein, insbesondere bei kleinen Neigungswinkeln. Digitale Wasserwaagen bieten hier eine höhere Präzision.
  • Verwechslung von Grad und Prozent: Achten Sie darauf, ob Ihre Wasserwaage Grad oder Prozent anzeigt und ob dies zu den geforderten Normen passt. Ein 2 % Gefälle ist nicht dasselbe wie 2 Grad.
  • Nicht vom richtigen Punkt messen: Das Gefälle sollte vom höchsten Punkt (oft die Hauswand) zum tiefsten Punkt gemessen werden. Messen Sie nicht auf einer Fläche, die bereits Wasser aufgestaut hat.

Das Wissen um diese häufigen Fehler hilft Ihnen, bei der Messung des Terrassengefälles mit Ihrer Wasserwaage akkurate Ergebnisse zu erzielen.

Alternative und ergänzende Messmethoden

Obwohl die Wasserwaage für die Messung des Terrassengefälles das Standardwerkzeug ist, gibt es Situationen, in denen alternative oder ergänzende Methoden vorteilhaft sein können. Dies gilt insbesondere für sehr große Flächen, komplexe Geländeformen oder wenn eine extrem hohe Präzision gefordert ist, die über die Fähigkeiten einer einfachen Wasserwaage hinausgeht.

Ergänzungen zur Wasserwaage

  • Laser-Entfernungsmesser und Wasserwaage: Kombinieren Sie einen Laser-Entfernungsmesser mit einer Wasserwaage. Messen Sie die Länge einer Strecke mit dem Laser und verwenden Sie dann die Wasserwaage, um den Höhenunterschied an den Endpunkten zu ermitteln. Daraus lässt sich das Gefälle berechnen.
  • Schnur und Wasserwaage: Spannen Sie eine Schnur straff zwischen zwei Punkten auf der Terrasse. Überprüfen Sie dann mit einer Wasserwaage den Abstand der Schnur zur Terrassenoberfläche an verschiedenen Punkten entlang der Schnur. Dies hilft, Unebenheiten zwischen den Messpunkten zu erkennen.
  • Schlagschnur mit Wasserwaage-Funktion: Manche modernen Schlagschnurwerkzeuge integrieren eine digitale Wasserwaage, die das Gefälle direkt anzeigt, während Sie die Schnur positionieren.

Spezialisierte Werkzeuge für professionelle Anwendungen

  • Digitales Neigungsmessgerät (Inclinometer): Diese Geräte sind auf die genaue Winkelmessung spezialisiert und oft genauer als integrierte Funktionen in Wasserwaagen. Es gibt sie als eigenständige Geräte oder als Aufsätze für andere Werkzeuge.
  • Nivelliergeräte (z.B. Rotationslaser): Für sehr große oder anspruchsvolle Projekte, bei denen das Gefälle über weite Distanzen exakt stimmen muss, kommen Nivelliergeräte zum Einsatz. Diese projizieren einen Laserstrahl auf eine Empfängerlatte, deren Höhe mit einem Messstab abgelesen wird. So lässt sich das Gefälle millimetergenau über große Flächen ermitteln.
  • Smartphone-Apps als Wasserwaage: Moderne Smartphones verfügen über Sensoren, die als Wasserwaage fungieren können. Es gibt zahlreiche Apps, die den Neigungswinkel anzeigen. Die Genauigkeit kann variieren und ist oft nicht für professionelle Bauzwecke ausreichend, kann aber für eine schnelle Überprüfung nützlich sein. Ein Beispiel hierfür sind Android Wasserwaage-Apps.

Die Beherrschung der klassischen Wasserwaage ist unerlässlich, aber die Kenntnis von Alternativen kann bei komplexen Projekten oder dem Wunsch nach höchster Präzision von Vorteil sein.

Materialien für den Terrassenbau und deren Einfluss auf das Gefälle

Die Wahl des Terrassenbelags hat nicht nur ästhetische und funktionale, sondern auch praktische Auswirkungen auf die Notwendigkeit und das Ausmaß des Gefälles. Unterschiedliche Materialien reagieren unterschiedlich auf Feuchtigkeit und mechanische Belastung, was bei der Planung des Wasserablaufs berücksichtigt werden muss. Das Gefälle spielt eine Schlüsselrolle dabei, die Langlebigkeit des gewählten Materials zu sichern.

Holzterrassen

Holz ist ein hygroskopisches Material, das heißt, es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Stauende Nässe auf Holzterrassen kann zu schnellerem Verzug, Rissbildung, Pilzbefall und Fäulnis führen. Daher ist ein gut funktionierendes Gefälle (mindestens 2 %, besser 2,5-3 %) bei Holzterrassen besonders wichtig, um das Holz möglichst trocken zu halten. Auch die Belüftung des Unterbaus ist hier entscheidend.

Stein- und Plattenbeläge

Bei Stein- und Plattenbelägen ist das Hauptproblem die Fuge zwischen den einzelnen Elementen. Wenn Wasser in die Fugen eindringt und dort gefriert, kann es die Platten sprengen oder lockern. Ein korrektes Gefälle sorgt dafür, dass das Wasser schnell von den Fugen weggeleitet wird. Bei Natursteinplatten, die empfindlicher auf Säuren reagieren können, ist ebenfalls darauf zu achten, dass Schmutz und stehendes Wasser keine langfristigen Verfärbungen oder Schäden verursachen.

Verbundwerkstoffe (WPC) und Kunststoffe

Materialien wie Wood-Plastic-Composites (WPC) oder reine Kunststoffbeläge sind oft weniger empfindlich gegenüber Feuchtigkeit als Holz. Sie verziehen sich weniger und sind resistenter gegen Pilzbefall. Dennoch ist ein gutes Gefälle auch hier empfehlenswert, um die Bildung von Moos und Algen auf der Oberfläche zu minimieren und die Reinigung zu erleichtern. Staunässe kann auch bei diesen Materialien zu einer verminderten Rutschfestigkeit führen.

Beton und Estrich

Bei festen Untergründen wie Beton oder Estrich, die oft als Basis für Fliesen oder als eigenständiger Belag dienen, ist das Gefälle entscheidend, um das Eindringen von Wasser in den Unterbau zu verhindern. Frostschäden können hier erhebliche strukturelle Probleme verursachen. Bei gefliesten Terrassen muss das Gefälle so gestaltet sein, dass das Wasser von den Fliesen und den Fugen effizient abfließen kann.

Die sorgfältige Messung und Einhaltung des Gefälles mit der Wasserwaage ist somit ein kritischer Faktor für die Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit jedes Terrassenbelags.

Die Rolle des Unterbaus für das Terrassengefälle

Das Gefälle einer Terrasse wird nicht nur durch den Belag selbst definiert, sondern maßgeblich durch die Konstruktion des Unterbaus bestimmt. Ein wohlproportionierter und korrekt ausgeführter Unterbau ist die Grundlage für ein stabiles und langlebiges Gefälle. Die Wasserwaage wird hier in verschiedenen Phasen des Bauprozesses eingesetzt, um die Ebenheit und Neigung der einzelnen Schichten zu überprüfen.

Aufbau einer Terrassenkonstruktion

Typischerweise besteht der Unterbau einer Terrasse aus mehreren Schichten:

  • Tragschicht: Oft eine Schicht aus Schotter oder Kies, die für die Lastverteilung und Drainage sorgt.
  • Ausgleichsschicht: Eine Schicht aus Splitt oder Sand, auf der die Belagselemente direkt verlegt werden. Diese Schicht ist entscheidend für die Feinjustierung des Gefälles und die Ebenheit.
  • Unterkonstruktion (bei Holzterrassen): Kanthölzer oder Aluminiumprofile, die auf Stelzlagern oder Punktfundamenten montiert werden und den eigentlichen Terrassenbelag tragen. Auch hier muss das Gefälle präzise umgesetzt werden.

Messung und Ausgleich auf jeder Ebene

Bei jeder dieser Schichten muss das Gefälle berücksichtigt und überprüft werden. Bereits die Tragschicht sollte ein leichtes Gefälle aufweisen, um Wasser schnell aus den tieferen Schichten abzuleiten. Die Ausgleichsschicht, meist Splitt, wird mit einer Richtlatte und Wasserwaage abgezogen, um eine ebene und geneigte Fläche zu schaffen.

Hierbei wird die Wasserwaage auf die Richtlatte gelegt, die über den Splitt gezogen wird. Das Ziel ist, die Blase auf der Wasserwaage exakt im gewünschten Gefälle zu positionieren, während man die Latte über den Splitt schiebt.

Stelzlager und Gefälleausgleich

Bei Terrassen, die auf Stelzlagern montiert werden, bieten viele dieser Systeme heute integrierte Gefälleausgleichselemente. Diese ermöglichen es, auch auf einem bereits vorhandenen, leicht geneigten Untergrund eine ebene Fläche zu schaffen oder das notwendige Gefälle für den Belag zu erzielen. Die Wasserwaage wird hier benötigt, um die einzelnen Stelzlager auf die korrekte Höhe zu justieren und das Gesamtgefälle der Unterkonstruktion zu überprüfen.

Die korrekte Ausführung des Unterbaus ist entscheidend, denn nachträgliche Korrekturen des Gefälles sind oft nur mit erheblichem Aufwand möglich.

Wartung und Überprüfung des Terrassengefälles

Die Notwendigkeit, das Gefälle einer Terrasse zu überprüfen, beschränkt sich nicht auf die Bauphase. Auch im Laufe der Zeit können sich durch Setzungen des Untergrunds, Frost und starke Beanspruchung leichte Veränderungen ergeben. Eine regelmäßige Wartung und eine periodische Überprüfung mit der Wasserwaage helfen, kleine Probleme zu beheben, bevor sie zu größeren Schäden führen.

Anzeichen für Probleme mit dem Gefälle

Sie sollten das Gefälle Ihrer Terrasse überprüfen, wenn Sie folgende Anzeichen bemerken:

  • Sichtbare Wasserpfützen nach Regen: Wenn Wasser auch Stunden nach einem Regenschauer noch auf der Oberfläche stehen bleibt, ist das Gefälle wahrscheinlich nicht mehr ausreichend.
  • Veränderungen am Belag: Aufgequollenes Holz, lockere Platten, Risse im Fugenmaterial oder aufsteigendes Unkraut in den Fugen können Hinweise auf Staunässe sein.
  • Moos- oder Algenbildung: Eine stärkere Ansammlung von Moos oder Algen deutet oft auf langanhaltende Feuchtigkeit hin.

Der Prozess der Überprüfung

Die Überprüfung ist im Grunde die gleiche wie bei der Ersterrichtung: Legen Sie Ihre Wasserwaage an mehreren repräsentativen Stellen auf die Terrassenoberfläche und beobachten Sie die Position der Luftblase. Bei Bedarf können Sie auch hier eine digitale Wasserwaage oder eine Wasserwaage mit Winkelanzeige verwenden, um die exakten Werte zu ermitteln und festzustellen, ob das Gefälle noch im akzeptablen Bereich liegt.

Mögliche Korrekturen

Kleine Korrekturen sind oft möglich, erfordern aber meist teilweise Demontage:

  • Bei Holzterrassen: Gegebenenfalls müssen Stelzlager nachjustiert oder die Unterkonstruktion neu ausgerichtet werden.
  • Bei Plattenbelägen: Dies ist aufwändiger. Oft müssen die Platten aufgenommen, die Splittschicht neu abgezogen und die Platten neu verlegt werden. Bei starker Setzung kann auch eine Überarbeitung der Tragschicht nötig sein.

Denken Sie daran, dass eine proaktive Überprüfung mit der Wasserwaage langfristig Kosten und Mühen spart.