Grundlagen der Schwalbenschwanz-Passung und ihre Korrektur
Das Korrigieren der Passung einer Schwalbenschwanz-Holzverbindung erfordert Geduld und das Verständnis für die Feinheiten des Holzes. Wenn ein Schwalbenschwanz zu stramm oder zu locker ist, liegt das Problem oft in der initialen Anriss-, Säge- oder Stemmarbeit. Eine zu enge Verbindung lässt sich möglicherweise nicht zusammenfügen oder beschädigt das Holz beim Zusammenpressen. Eine zu lockere Verbindung hingegen bietet keine ausreichende Stabilität und sieht unprofessionell aus. Die Korrektur zielt darauf ab, die exakte Form und Größe der Zapfen und Löcher so anzupassen, dass sie spielfrei, aber ohne Gewalt zusammenpassen.
- Feinjustierung der Zapfen- und Lochgeometrie ist entscheidend.
- Ursachen für Fehlpassungen reichen von ungenauem Anreißen bis zu Sägefehlern.
- Perfekte Passung bedeutet spielfrei, aber ohne gewaltsames Zusammenfügen.
- Werkzeugschärfe und Präzision sind für Korrekturen unerlässlich.
- Holz arbeitet; Korrekturen müssen dies berücksichtigen.
Bevor Sie beginnen, ist es wichtig, die Art des Problems zu identifizieren. Handelt es sich um eine geringfügige Abweichung, die mit sanftem Schleifen behoben werden kann, oder um einen größeren Fehler, der präzises Nacharbeiten erfordert? Die Wahl der Methode hängt stark vom Ausmaß der Fehlpassung und den verfügbaren Werkzeugen ab. Eine solide Grundlage bildet immer das Verständnis der grundlegenden Geometrie des Schwalbenschwanzes: Die trapezförmige Form der Zapfen und die entsprechenden Ausschnitte im gegenüberliegenden Holzstück. Diese Winkel und Proportionen müssen exakt übereinstimmen.
Werkzeuge für die Präzisionsarbeit
Für die Korrektur einer Schwalbenschwanz-Passung sind spezifische Werkzeuge unerlässlich. Dazu gehören scharfe Stechbeitel unterschiedlicher Breiten, feine Raspeln und Feilen für Holz, Schleifpapier mit feiner Körnung (z. B. 180er bis 400er), ein scharfer Hobel (z. B. ein Japan-Hobel), ein Winkelmesser, ein Bleistift und idealerweise ein spezielles Anreißwerkzeug für Schwalbenschwänze. Die Schärfe der Werkzeuge ist von höchster Bedeutung; ein stumpfes Beitel oder Hobel reißt das Holz aus, anstatt es präzise zu schneiden, was das Problem verschlimmert. Die Beherrschung dieser Werkzeuge ermöglicht es Ihnen, nur das minimal notwendige Material abzutragen und die ursprüngliche Form so weit wie möglich zu erhalten.
Die Vorbereitung des Arbeitsplatzes ist ebenfalls wichtig. Sorgen Sie für eine stabile Unterlage, gute Beleuchtung und die Möglichkeit, das Werkstück sicher zu fixieren. Die Arbeit an Schwalbenschwänzen erfordert eine ruhige Hand und ein scharfes Auge für Details. Jede Korrektur sollte schrittweise erfolgen, wobei nach jeder Materialabnahme die Passung überprüft wird. Dies verhindert, dass zu viel Material entfernt wird, was eine Schwalbenschwanzverbindung irreparabel machen könnte.
Problemfall: Der Schwalbenschwanz ist zu stramm
Wenn Ihre Schwalbenschwanzverbindung sich nur unter starkem Druck zusammenfügen lässt oder gar nicht erst passt, ist der Schwalbenschwanz (Zapfen) wahrscheinlich zu groß oder das Loch (Schwalbenschwanz-Loch) zu klein. Dies kann durch leicht ungenaues Anreißen oder Sägen entstehen, besonders wenn die Winkel oder Breiten nicht exakt übernommen wurden. Die Korrektur erfordert das vorsichtige Abtragen von Material. Ein häufiger Fehler ist, zu viel auf einmal abzutragen. Gehen Sie stattdessen schrittweise vor und prüfen Sie die Passung regelmäßig.
Korrekturmethoden für zu stramme Zapfen
Zuerst sollten Sie die Zapfen selbst überprüfen. Liegt das Problem an der Breite, an den Winkeln oder an der Höhe? Mit einem Stechbeitel können Sie entlang der Kanten des Zapfens vorsichtig feine Späne abtragen. Beginnen Sie an der Seite des Zapfens, die am gegenüberliegenden Holz anliegt, und arbeiten Sie sich langsam vor. Das Ziel ist, die trapezförmige Form leicht zu verjüngen, sodass sie in das Loch gleitet. Achten Sie darauf, die Längsachse des Zapfens nicht zu verändern. Das bedeutet, Sie tragen Material von den Flanken ab, nicht von der Stirnseite, die später sichtbar ist.
Eine alternative Methode ist die Verwendung eines Hobels, insbesondere eines kleinen, präzisen Hobels wie eines Ziehklingenhobels oder eines Japan-Hobels. Mit einem sehr feinen Schnitt können Sie die Seiten des Zapfens leicht nachhobeln. Dies erfordert viel Gefühl, um nicht zu viel Holz zu entfernen. Schleifpapier, das auf ein Holzklötzchen gespannt ist, kann ebenfalls nützlich sein, um die Seiten der Zapfen leicht anzuschleifen. Hierbei ist es wichtig, gleichmäßig zu schleifen und die Form des Zapfens nicht zu verändern. Bei extremen Fällen, in denen das Loch zu klein ist, kann das vorsichtige Ausstemmen des Lochs mit einem scharfen, schmalen Beitel notwendig sein. Dies ist jedoch riskanter, da Holz dazu neigt, unter dem Beitel auszureißen, besonders wenn die Maserung ungünstig verläuft. Die Korrektur von Schwalbenschwanz-Löchern erfordert oft, dass man die Form des Zapfens als definitive Vorlage nimmt und das Loch entsprechend anpasst.
Überprüfen Sie die Passung nach jedem kleinen Materialabtrag, indem Sie den Zapfen leicht ansetzen. Ein leichter Widerstand ist gut, ein Blockieren bedeutet, dass Sie zu viel abgetragen haben.
Ein häufig übersehener Punkt ist die Oberflächenbeschaffenheit. Manchmal liegt es nicht an der Geometrie selbst, sondern an rauen Oberflächen, die zusätzlichen Widerstand erzeugen. Ein Nachschleifen der Zapfen- und Lochflächen mit sehr feinem Schleifpapier kann hier Abhilfe schaffen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Problem an den Schrägen der Zapfen liegt, können Sie mit einem Bleistift die Innenseiten des Lochs markieren und dann die entsprechenden Stellen am Zapfen leicht abschleifen, bis die Markierung verschwindet und der Zapfen leichter gleitet.
Problemfall: Der Schwalbenschwanz ist zu locker
Eine zu lockere Schwalbenschwanzverbindung ist oft das Ergebnis von zu viel abgetragenem Material bei den Zapfen oder einem zu groß gewordenen Loch. Dies kann passieren, wenn man beim Korrigieren eines zu strammen Schwalbenschwanzes über das Ziel hinausschießt oder wenn das Holz beim Trocknen geschrumpft ist und die Verbindung dadurch lockerer wurde. Eine lockere Verbindung bietet nicht die nötige Stabilität und kann mit der Zeit auseinanderfallen.
Methoden zur Behebung loser Schwalbenschwanzverbindungen
Die klassische Methode, um eine zu lockere Holzverbindung wieder fest zu bekommen, ist das Einlegen von Furnierstreifen. Wählen Sie ein Furnier, das farblich und in seiner Stärke zum Holz passt. Schneiden Sie dünne Streifen des Furniers zu, die leicht kürzer sind als die Tiefe der Schwalbenschwanz-Löcher. Diese Streifen werden dann mit Holzleim in die Löcher auf der Seite, an der das Holz am Zapfen anliegt, eingeklebt. Idealerweise werden die Streifen so platziert, dass sie die Seiten des Zapfens berühren, wenn dieser eingeschoben wird.
Nachdem der Leim getrocknet ist, können Sie die überstehenden Furnierstreifen bündig abschneiden und die Verbindung neu ausrichten. Wenn die Verbindung immer noch zu locker ist, können Sie diesen Vorgang wiederholen oder dickere Furnierstreifen verwenden. Eine andere Technik, die etwas mehr Geschick erfordert, ist das sogenannte „Aufpolstern“ der Zapfen. Hierbei wird mit einem scharfen Stechbeitel oder einem schmalen Hobel vorsichtig Material von der Innenseite des Lochs abgetragen und anschließend ein kleiner Keil oder ein Furnierstück eingeleimt, um die Form neu zu definieren und den Zapfen wieder festen Halt zu geben. Dies ist jedoch ein fortgeschrittener Eingriff.
Eine weitere, weniger invasive Methode ist die Verwendung von Holzspänen oder Sägemehl, vermischt mit Leim, um kleine Lücken aufzufüllen. Dies funktioniert am besten bei sehr kleinen Spalten. Für größere Lücken ist das Furnier- oder Holzkeil-Verfahren vorzuziehen. Bei der Korrektur von Schwalbenschwanz-Zapfen selbst, wenn diese zu klein geworden sind, kann man versuchen, sie durch das Einleimen dünner Holzstreifen auf den Seiten zu verbreiten. Dies ist jedoch oft schwieriger, als das Loch anzupassen.
Wenn das Schrumpfen des Holzes die Ursache für die Lockerheit ist, sollten Sie sich überlegen, ob die Verbindung unter solchen Bedingungen langfristig stabil bleibt.
Bei sehr lockeren Verbindungen kann es auch angebracht sein, die Verbindung neu zu schneiden, falls das Holzmaterial dies zulässt und die optischen Anforderungen nicht zu hoch sind. Das bedeutet, dass Sie die alten Zapfen und Löcher komplett entfernen und neue, passgenaue Schwalbenschwänze herstellen. Dies ist die aufwendigste, aber auch die sicherste Methode, um eine wirklich stabile Verbindung zu gewährleisten.
Präzises Anpassen der Winkel und Schrägen
Die charakteristischen Winkel der Schwalbenschwänze sind entscheidend für ihre Funktion und Ästhetik. Typische Winkel liegen zwischen 70 und 80 Grad. Wenn diese Winkel nicht korrekt sind, kann dies zu Passungenauigkeiten führen, selbst wenn die Breiten und Höhen stimmen. Ungenaue Winkel können dazu führen, dass die Zapfen an den schrägen Seiten des Lochs anstoßen, anstatt flach anzuliegen, oder dass die Verbindung zu viel Spiel aufweist.
Vorgehensweise beim Anpassen von Winkeln
Die Korrektur von Schwalbenschwanz-Winkeln erfordert äußerste Präzision. Beginnen Sie damit, den Winkel des problematischen Zapfens oder Lochs genau zu messen. Ein Winkelmesser oder ein spezielles Anreißwerkzeug für Schwalbenschwänze kann hierbei helfen. Wenn der Winkel zu steil oder zu flach ist, muss das Material entsprechend abgetragen werden. Mit einem scharfen Stechbeitel können Sie entlang der schrägen Kante des Zapfens oder des Lochs Material abnehmen.
Für die Korrektur eines Zapfens, dessen Winkel angepasst werden muss, verwenden Sie einen schmalen, scharfen Stechbeitel, der im richtigen Winkel geführt wird. Tragen Sie das Material schichtweise ab, und überprüfen Sie den Winkel regelmäßig mit Ihrem Messwerkzeug. Es ist ratsam, die Form des gegenüberliegenden Teils als Referenz zu nutzen, falls dieses noch korrekt ist. Bei Schwalbenschwanz-Löchern ist die Korrektur der Winkel anspruchsvoller. Hier kann ein schräg gestellter, schmaler Beitel oder eine Feile mit feiner Körnung verwendet werden, um den Winkel des Ausschnitts zu verändern. Achten Sie darauf, nicht über die ursprünglichen Begrenzungen des Lochs hinauszugehen, es sei denn, Sie planen, die gesamte Verbindung zu vergrößern.
Eine bewährte Methode ist es, die korrekte Schräge auf ein Stück Restholz zu übertragen, das als Schablone dient. Diese Schablone kann dann verwendet werden, um die neuen Winkel beim Nacharbeiten anzulegen. Die Verwendung eines Bandschleifers mit einem präzisen Winkelanschlag kann ebenfalls eine Option sein, erfordert jedoch höchste Vorsicht, um nicht zu viel Material zu entfernen und die Oberfläche zu beschädigen. Die Feinarbeit mit feinem Schleifpapier auf einem Block ist oft der sicherste Weg, um die Winkel präzise zu verfeinern, nachdem das grobe Material abgetragen wurde.
Übertragen Sie die korrekten Winkel auf ein separates Stück Holz, um sie als Referenz oder sogar als Schablone für die Bearbeitung zu verwenden.
Die gesamte Schwalbenschwanz-Verbindung basiert auf der exakten Übereinstimmung von Zapfen und Loch. Wenn die Winkel nicht stimmen, können die Flächen nicht bündig aufliegen, was zu Spalten führt, die später nicht nur unschön sind, sondern auch die strukturelle Integrität beeinträchtigen. Bei der Korrektur der Winkel sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass die Enden der Zapfen (die „Schultern“) eine flache Fläche bilden müssen, die bündig auf der Oberfläche des gegenüberliegenden Holzes liegt.
Die Rolle von Holzfeuchte und -art bei der Passung
Holz ist ein hygroskopisches Material, was bedeutet, dass es Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnimmt oder abgibt. Dies führt zu Quell- und Schwindverhalten, das die Passung von Holzverbindungen maßgeblich beeinflussen kann. Eine Verbindung, die an einem feuchten Tag perfekt passte, kann an einem trockenen Tag zu locker sein und umgekehrt.
Holzfeuchte und Schrumpfung verstehen
Die Holzart spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Harthölzer wie Eiche oder Nussbaum schwinden und quellen typischerweise weniger stark als Weichhölzer wie Kiefer oder Fichte. Wenn Sie Holz für Schwalbenschwänze verwenden, ist es wichtig, dass es richtig gelagert und auf eine für Ihre Werkstattumgebung geeignete Holzfeuchte konditioniert wurde. Idealerweise sollte das Holz vor der Verarbeitung über einen längeren Zeitraum akklimatisiert werden.
Wenn Sie eine Fehlpassung feststellen, die auf schwankende Holzfeuchte zurückzuführen ist, ist die Korrektur komplexer. Ein zu strammer Schwalbenschwanz, der durch Feuchtigkeit gequollen ist, kann durch Trocknung wieder passen. Umgekehrt kann eine zu lockere Verbindung durch Erhöhung der Luftfeuchtigkeit leicht straffer werden. Dies sind jedoch keine dauerhaften Lösungen.
Bei der Ausführung der Verbindung ist es ratsam, die aktuelle Umgebungsfeuchte zu berücksichtigen. Wenn Sie beispielsweise in einer sehr trockenen Werkstatt arbeiten, sollten Sie die Zapfen tendenziell etwas weniger stramm schneiden, da das Holz beim Einbringen in eine feuchtere Umgebung wieder leicht aufquellen kann. Umgekehrt, wenn die Werkstatt feucht ist, können Sie eine etwas strammere Passung anstreben. Dieses Verhalten ist jedoch stark von der Holzart abhängig und erfordert Erfahrung.
Lagern Sie Ihr Holz immer in der Umgebung, in der Sie es auch verarbeiten werden, damit es sich an die dort herrschenden Feuchtigkeitsbedingungen anpassen kann.
Wenn Sie feststellen, dass Ihre Schwalbenschwanzverbindungen wiederholt Probleme mit der Passung aufweisen, sollten Sie den Prozess der Holzlagerung und -konditionierung überdenken. Professionelle Holzhandwerker lagern Holz oft monate- oder jahrelang, bevor sie es verwenden, um sicherzustellen, dass es stabil ist und sich nicht mehr stark verzieht oder schwindet. Die Berücksichtigung der Holzart und ihrer spezifischen Eigenschaften ist daher ein fundamentaler Aspekt bei der Herstellung präziser Holzverbindungen, einschließlich Schwalbenschwänzen.
Die Rolle von Holzleim und Verleimungsprozess
Der Einsatz von Holzleim und die Art der Verleimung haben ebenfalls einen Einfluss auf die Endpassung und Stabilität einer Schwalbenschwanzverbindung. Obwohl die primäre Funktion des Schwalbenschwanzes die mechanische Verzahnung ist, verstärkt die Verleimung die Verbindung erheblich und sorgt für Langlebigkeit.
Leimwahl und Anwendungstechnik
Für Holzverbindungen werden in der Regel PVA-Leime (Polyvinylacetat) verwendet, oft als Weißleim oder Holzleim bezeichnet. Diese Leime sind stark, relativ schnell trocknend und gut zu handhaben. Für spezielle Anwendungen, wie z. B. im Außenbereich oder bei hoher Feuchtigkeitsbelastung, können auch wasserfeste Leime (z. B. Polyurethan-Leime oder Epoxidharze) zum Einsatz kommen. Die Wahl des richtigen Leims hängt von den Anforderungen des Endprodukts ab.
Beim Verleimen einer Schwalbenschwanzverbindung ist es wichtig, dass der Leim gleichmäßig aufgetragen wird, ohne übermäßige Mengen, die dann unschön aus den Fugen quellen. Zu viel Leim kann auch die Passung beeinflussen, da er einen dünnen Film bildet, der bei zu hoher Schichtdicke das Zusammenfügen erschweren kann. Die beste Praxis ist, eine dünne, gleichmäßige Schicht auf die Innenseiten der Löcher und/oder die Seiten der Zapfen aufzutragen. Alternativ kann Leim nur auf die Flächen aufgetragen werden, die tatsächlich Kontakt haben.
Die Art und Weise, wie Sie die Verbindung zusammenpressen, ist ebenfalls kritisch. Eine Schwalbenschwanzverbindung sollte idealerweise ohne zusätzliche Zwingen zusammenpassen, aber für maximale Festigkeit werden oft Zwingen verwendet, um einen gleichmäßigen Druck auszuüben. Die Zwingen sollten so angebracht werden, dass sie die Verbindung nicht verziehen oder die Zapfenenden beschädigen. Ein sanfter, aber fester Druck ist in der Regel ausreichend. Bei zu starkem Pressen können die dünnen Stege zwischen den Zapfen brechen oder das Holz verformt werden.
Entfernen Sie überschüssigen Leim sofort nach dem Zusammenfügen der Teile mit einem feuchten Tuch, bevor er antrocknet und harte Rückstände hinterlässt.
Die Verleimung ist besonders wichtig, wenn die mechanische Passung nicht absolut perfekt ist. Der Leim füllt kleinste Lücken und sorgt für eine starke, dauerhafte Bindung. Wenn Sie also eine Verbindung korrigieren, die nicht perfekt passt, aber immer noch stabil genug ist, um sie zu verleimen, wird der Leim die Schwächen ausgleichen und die Verbindung weiter stärken. Bei einer zu lockeren Verbindung, die mit Furnierstreifen repariert wurde, ist die Verleimung der Furnierstreifen essentiell für die Stabilität.
Fehlervermeidung: Was bei der Korrektur zu beachten ist
Die Korrektur von Holzverbindungen ist oft anspruchsvoller als ihre ursprüngliche Herstellung, da man versucht, Fehler zu beheben, ohne neue zu schaffen. Bei Schwalbenschwanzverbindungen sind einige häufige Fehlerquellen zu vermeiden, um nicht noch mehr Schaden anzurichten.
Häufige Fehler und wie man sie umgeht
Ein häufiger Fehler ist das übermäßige Entfernen von Material. Dies geschieht, wenn man zu viel auf einmal abträgt, in der Hoffnung, die Passung schnell zu verbessern. Das Ergebnis ist oft eine zu lockere Verbindung, die nur schwer zu reparieren ist. Gehen Sie stets in kleinen Schritten vor und prüfen Sie die Passung nach jeder Materialabnahme. Ein Bleistiftstrich auf der Seite des Zapfens, der dann vorsichtig abgeschliffen wird, ist eine gute Methode, um Material kontrolliert abzutragen.
Ein weiterer Fehler ist die Verwendung stumpfer Werkzeuge. Wie bereits erwähnt, reißen stumpfe Beitel und Messer das Holz aus, anstatt es sauber zu schneiden. Dies hinterlässt eine unsaubere Oberfläche, die die Passung weiter beeinträchtigt und die Korrektur erschwert. Investieren Sie in scharfe Werkzeuge und lernen Sie, sie richtig zu schärfen und zu pflegen.
Die Vernachlässigung der Holzfeuchte ist ebenfalls ein häufiges Problem. Wenn Sie Holz bearbeiten, das sich noch nicht an die Umgebungsfeuchte angepasst hat, können sich Passungen nachträglich ändern. Stellen Sie sicher, dass das Holz akklimatisiert ist, bevor Sie mit der präzisen Bearbeitung beginnen, und berücksichtigen Sie das natürliche Verhalten der Holzart.
Markieren Sie immer klar und deutlich, welches Material Sie entfernen möchten, bevor Sie den Schnitt ansetzen, um Verwechslungen zu vermeiden.
Ein oft unterschätzter Fehler ist die mangelnde Stabilität während der Korrektur. Wenn das Werkstück während des Nacharbeitens verrutscht oder wackelt, sind präzise Schnitte unmöglich. Eine stabile Fixierung des Werkstücks, sei es in einem Schraubstock, mit einem Bankhaken oder speziellen Vorrichtungen, ist unerlässlich. Letztendlich ist Geduld der Schlüssel. Überstürzen Sie keine Korrekturschritte. Lieber mehr Zeit investieren und ein gutes Ergebnis erzielen, als schnell zu handeln und eine Verbindung zu ruinieren.
Wiederherstellung der perfekten Schwalbenschwanz-Passung
Das Ziel bei der Korrektur einer Schwalbenschwanz-Holzverbindung ist die Wiederherstellung einer spielfreien, aber ohne Gewalt zusammenfügbaren Passung. Dies erfordert eine Kombination aus präziser Materialabnahme, Verständnis für Holzverhalten und der richtigen Werkzeugwahl. Eine gut korrigierte Verbindung ist nicht nur strukturell stabil, sondern auch ein Zeichen handwerklichen Könnens.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Feinabstimmung
Beginnen Sie mit einer gründlichen Inspektion der Verbindung. Identifizieren Sie genau, wo die Passung klemmt oder Spiel hat. Ist es die gesamte Länge des Zapfens, nur die Schultern, oder die Seiten? Verwenden Sie einen Bleistift, um die Kontaktpunkte zu markieren. Bei zu strammen Verbindungen tragen Sie mit einem scharfen Stechbeitel oder einem feinen Hobel nur minimal Material ab, vorzugsweise von den Flanken der Zapfen. Bei zu lockeren Verbindungen können Furnierstreifen oder Holzkeile eingeleimt werden, um das Spiel zu reduzieren.
Wiederholen Sie die Anpassungsschritte schrittweise. Nach jeder kleinen Materialabnahme oder dem Einbringen von Füllmaterial, prüfen Sie die Passung. Ein leichtes Ansetzen des Zapfens in das Loch gibt Ihnen ein Gefühl dafür, wie sich die Verbindung nähert. Wenn der Zapfen beginnt, leicht in das Loch zu gleiten, sind Sie auf dem richtigen Weg.
Die finale Abstimmung kann mit feinem Schleifpapier auf einem Block erfolgen. Dies glättet die Oberflächen und ermöglicht eine sehr feine Anpassung der Form. Achten Sie darauf, die ursprüngliche Geometrie der Schwalbenschwänze beizubehalten, insbesondere die charakteristischen Winkel und die flachen Schultern.
Sobald die Verbindung ohne übermäßigen Kraftaufwand, aber dennoch fest und spielfrei zusammengeht, ist die Korrektur erfolgreich abgeschlossen. Vor dem endgültigen Verleimen sollten Sie die Passung nochmals überprüfen. Eine perfekt passende Schwalbenschwanzverbindung ist ein Beweis für Sorgfalt und Können.
Üben Sie Korrekturtechniken zuerst an Reststücken, bevor Sie sich an wertvolle Projekte wagen.
Die Beherrschung der Korrektur von Schwalbenschwanz-Passungen ist eine fortgeschrittene Fähigkeit, die mit Erfahrung wächst. Sie lernen, die subtilen Unterschiede im Holz zu erkennen und Ihre Werkzeuge mit größter Präzision zu führen. Das Ergebnis ist eine Verbindung, die nicht nur funktional, sondern auch optisch ansprechend ist und die Langlebigkeit Ihres Werkstücks sichert.
