Was bedeutet „Körnung“ bei Schleifpapier für Metall?

Die Bearbeitung von Metalloberflächen zur Beseitigung von Kratzern erfordert präzise Werkzeuge und Techniken. Im Zentrum steht die Auswahl des richtigen Schleifpapiers, wobei dessen „Körnung“ – die Größe der Schleifpartikel – eine entscheidende Rolle spielt. Eine feinere Körnung bedeutet eine höhere Zahl und bewirkt eine glattere Oberfläche, während eine gröbere Körnung eine niedrigere Zahl aufweist und aggressiver Material abträgt, um tiefere Defekte zu bearbeiten. Das Ausgleichen von Kratzern auf Metall ist ein Prozess, der oft mehrere Schritte mit unterschiedlich feinen Körnungen umfasst, um vom groben Abtrag hin zu einer polierten, makellosen Oberfläche zu gelangen.

  • Körnung bezeichnet die Partikelgröße; höhere Zahl = feinere Körnung.
  • Grobes Schleifpapier entfernt tiefe Kratzer, feines poliert.
  • Prozess erfordert oft mehrere Körnungen sequenziell.

Das Verständnis der Körnungsskalen, insbesondere der europäischen (FEPA) und amerikanischen (CAMI) Systeme, hilft bei der gezielten Auswahl. Für Metalloberflächen sind oft Körnungen im Bereich von 80er (grob) bis zu 2000er oder gar 5000er (sehr fein) relevant, je nach Ausgangszustand und gewünschtem Endergebnis. Die richtige Progression von grob zu fein ist essenziell, um den Schaden nicht zu verschlimmern und ein gleichmäßiges Finish zu erzielen.

Körnungsskalen: Ein Überblick

Schleifpapiere werden nach der Größe ihrer Schleifkörner klassifiziert. Diese Klassifizierung erfolgt meist über eine Zahl, die sogenannte Körnung. Je höher die Zahl, desto kleiner und dichter sind die Körner auf dem Schleifpapier angeordnet, was zu einer feineren Oberflächenbearbeitung führt. Für Metallbearbeitungsaufgaben, die das Ausgleichen von Kratzern beinhalten, ist das Verständnis dieser Skalen unerlässlich, um den richtigen Weg von der Reparatur zur Veredelung zu finden. Man unterscheidet primär zwei gängige Systeme: die P-Körnung (EU-Norm, z.B. P80, P120, P240, P400, P800, P1200, P2000, P3000, P5000) und die alte CAMI-Skala (US-Norm, z.B. 80, 120, 220, 320, 400, 600, 800, 1000, 1200). Moderne Schleifpapiere folgen meist der EU-Norm (P-Körnung).

Schrittweise Kratzerentfernung auf Metall mit Schleifpapier

Die Methode zum Ausgleichen von Kratzern auf Metall mit Schleifpapier ist ein iterativer Prozess, der sorgfältige Anwendung und Geduld erfordert. Beginnen Sie niemals mit einer zu feinen Körnung, wenn der Kratzer tief ist. Der erste Schritt ist die Auswahl einer ausreichend groben Körnung, um die Tiefe des Kratzers zu reduzieren oder ihn zu entfernen. Dies erfordert oft eine Körnung im Bereich von 80er bis 240er, abhängig vom Schaden. Anschließend wird schrittweise zu immer feineren Körnungen übergegangen. Jeder Schritt glättet die Oberfläche und bereitet sie für die nächste, feinere Stufe vor. Das Ziel ist, die feinsten Spuren des vorherigen Schleifgangs zu entfernen, bis die gewünschte Glätte oder ein poliertes Finish erreicht ist.

Die richtige Körnung für den ersten Schritt

Wenn Sie einen tiefen Kratzer auf Metall ausgleichen möchten, ist die Wahl des ersten Schleifpapiers kritisch. Eine zu feine Körnung wird den Kratzer nicht effektiv entfernen können und Sie werden unnötig viel Zeit und Mühe investieren. Eine Körnung wie 80er oder 120er Schleifpapier ist oft ein guter Ausgangspunkt für moderate bis tiefe Kratzer auf vielen Metallen. Bei sehr oberflächlichen Kratzern oder wenn Sie auf empfindlicheren Metallen wie Aluminium oder Edelstahl arbeiten, kann auch eine 240er Körnung ausreichen. Testen Sie die gewählte Körnung idealerweise an einer unauffälligen Stelle, um die Materialabtragung und das Ergebnis zu beurteilen, bevor Sie den eigentlichen Kratzer angehen. Das Schleifen sollte immer in eine Richtung erfolgen, parallel zum Kratzer, um neue, gleichmäßige Schleifspuren zu erzeugen.

Wenden Sie beim Schleifen von Kratzern auf Metall immer leichten, gleichmäßigen Druck an und schleifen Sie in einer festen Richtung, um Riefenbildung zu vermeiden und ein konsistentes Ergebnis zu erzielen.

Fortschreiten zu feineren Körnungen

Nachdem der ursprüngliche Kratzer mit einer groben Körnung erfolgreich behandelt wurde und die Oberfläche einigermaßen geglättet ist, beginnt die Phase des Verfeinerns. Hierbei steigen Sie schrittweise auf immer feinere Körnungen um. Ein typischer Übergang könnte von einer 120er oder 240er Körnung zu einer 400er, dann zu einer 800er oder 1200er Körnung erfolgen. Jede Stufe beseitigt die feineren Kratzspuren der vorherigen Stufe. Beachten Sie, dass Sie nach jeder Körnung die Oberfläche gründlich reinigen müssen, um Schleifstaub zu entfernen, der sonst das Ergebnis beeinträchtigen könnte. Das Schleifen sollte nun quer zur vorherigen Richtung erfolgen, um sicherzustellen, dass die alten Schleifspuren vollständig entfernt werden, bevor Sie wieder in Längsrichtung zum Kratzer wechseln, falls nötig.

Finale Polierschritte

Für ein spiegelndes oder hochglänzendes Finish auf Metall, wie es bei Edelstahl oder poliertem Aluminium oft gewünscht wird, ist der Einsatz von extrem feinen Körnungen und Polierpasten unerlässlich. Schleifpapier mit Körnungen von 2000er, 3000er oder sogar 5000er bietet eine extrem glatte Oberfläche, die als Grundlage für das Polieren dient. Diese Körnungen entfernen die letzten mikroskopisch kleinen Unregelmäßigkeiten. Nach dem Schleifen mit diesen feinsten Körnungen wird die Oberfläche typischerweise mit einer Polierpaste und einem weichen Tuch oder einer Poliermaschine behandelt. Die Wahl der richtigen Polierpaste hängt vom Metall und dem gewünschten Glanzgrad ab. Dieser Prozess wandelt die matte, geschliffene Oberfläche in eine reflektierende, makellose Fläche um.

Die Progression von grober zu feiner Körnung ist nicht nur eine Methode zur Kratzerentfernung, sondern eine systematische Verfeinerung der Oberflächenstruktur.

Welche Körnung für welches Metall?

Die Wahl der richtigen Schleifpapier-Körnung hängt nicht nur von der Tiefe des Kratzers ab, sondern auch vom spezifischen Metall, das bearbeitet wird. Verschiedene Metalle reagieren unterschiedlich auf Schleifmittel. Weichere Metalle wie Aluminium oder Kupfer können leichter durch zu grobes Schleifpapier beschädigt werden, was zu tiefen Riefen führt, die schwer zu entfernen sind. Härtere Metalle wie Edelstahl oder Stahl verzeihen eher den Einsatz etwas gröberer Körnungen, erfordern aber dennoch eine sorgfältige Abstufung zu feineren Körnungen für ein ansprechendes Finish.

Edelstahl und Stahl: Robuste Oberflächen

Bei Edelstahl und Stahl, die zu den härteren Metallen zählen, ist die Behandlung von Kratzern oft unkomplizierter, was die Auswahl der ersten Körnung angeht. Ein Kratzer auf Edelstahl kann typischerweise mit einer Körnung von 120er oder 240er Schleifpapier begonnen werden. Die Wahl hängt von der Tiefe des Kratzers ab. Wichtig ist, dass Sie die Schleifrichtung mit der ursprünglichen Oberflächenstruktur des Edelstahls synchronisieren, falls vorhanden (z. B. bei gebürstetem Edelstahl). Nach der Grobbearbeitung schreiten Sie systematisch zu feineren Körnungen wie 400er, 800er, 1200er und höher fort. Für ein poliertes Finish sind Körnungen wie 2000er und 3000er unerlässlich, gefolgt von einer geeigneten Polierpaste.

Aluminium und Kupfer: Empfindlichere Materialien

Aluminium und Kupfer sind weichere Metalle, die empfindlicher auf mechanische Einwirkung reagieren. Bei der Bearbeitung von Kratzern auf diesen Materialien ist Vorsicht geboten. Beginnen Sie mit einer feineren Körnung als bei Stahl, oft ab 240er oder 320er Schleifpapier. Eine zu aggressive Bearbeitung kann tiefe Riefen erzeugen, die das Metall dauerhaft beschädigen. Der Übergang zu feineren Körnungen muss ebenfalls sorgfältig erfolgen. Achten Sie darauf, dass Sie nach jeder Körnung die Oberfläche gründlich reinigen. Für ein poliertes Finish auf Aluminium sind oft Schleifpapiere bis 3000er Körnung und spezielle Aluminium-Polituren erforderlich. Die Wahl des richtigen Schleifmittels ist entscheidend, um die Integrität des Metalls zu wahren.

Messing und Bronze: Besondere Ästhetik

Messing und Bronze sind Kupferlegierungen, die zwar härter als reines Kupfer, aber immer noch empfindlicher als Stahl sind. Kratzer auf diesen Metallen können ebenfalls mit Körnungen ab 240er oder 320er bearbeitet werden. Das Ziel ist oft nicht nur die Reparatur, sondern auch die Erhaltung oder Wiederherstellung einer gleichmäßigen Patina oder eines polierten Glanzes. Feine Körnungen bis 1200er oder 2000er sind für den Übergang zu einem polierten Finish üblich. Spezielle Messing- oder Bronze-Polituren sind für das finale Ergebnis empfehlenswert, um die charakteristische Farbe und den Glanz dieser Metalle hervorzuheben. Bei der Arbeit mit Messing und Bronze ist es wichtig, die Schleifrichtung zu beachten, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erzielen.

Schleifpapier für den Bandschleifer vs. Handschliff

Die Wahl zwischen einem Handschliff und dem Einsatz eines Bandschleifers zur Ausgleichung von Kratzern auf Metall hängt von der Größe der zu bearbeitenden Fläche, der Tiefe der Kratzer und dem gewünschten Ergebnis ab. Beide Methoden haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile sowie Anforderungen an das Schleifpapier.

Bandschleifer: Effizienz bei großen Flächen

Ein Bandschleifer ist ein leistungsstarkes Werkzeug, das sich hervorragend für die schnelle Bearbeitung großer Metallflächen eignet. Er ermöglicht einen zügigen Abtrag und kann tiefe Kratzer effizient beseitigen. Für Bandschleifer wird spezielles Schleifband verwendet, das in verschiedenen Körnungen erhältlich ist. Typische Körnungen für Metall reichen von 80er für grobes Entgraten und Abtragen bis hin zu feineren Körnungen wie 240er oder 400er für die Vorbereitung zur weiteren Bearbeitung. Bei der Verwendung eines Bandschleifers ist höchste Vorsicht geboten, da die hohe Geschwindigkeit und Kraft leicht zu Überhitzung oder unerwünschten Riefen führen können, wenn nicht korrekt angewendet. Stellen Sie sicher, dass das Schleifband für Metall geeignet ist und die korrekte Körnung für Ihren Anwendungsfall gewählt wurde, um Beschädigungen zu vermeiden.

Handschliff: Präzision und Kontrolle

Der Handschliff mit Schleifpapier bietet eine höhere Kontrolle und Präzision, was ihn ideal für kleinere Flächen, feine Arbeiten oder detaillierte Reparaturen macht. Bei dieser Methode wählen Sie Schleifpapierbögen oder Schleifschwämme in den entsprechenden Körnungen. Sie können flexibler auf die Beschaffenheit des Metalls und die Tiefe des Kratzers reagieren. Der Prozess ist langsamer, aber oft gründlicher für das Erreichen eines perfekten Ergebnisses, besonders wenn es um das Ausgleichen von feinen Kratzern geht. Die Körnungsauswahl folgt denselben Prinzipien wie beim Bandschleifer: von grob zu fein. Für das Ausgleichen von Kratzern auf Metall mit der Hand können Körnungen von 120er bis 3000er oder 5000er zum Einsatz kommen, abhängig vom gewünschten Glanzgrad.

Bandschleifer-Schleifpapier vs. normale Schleifblätter

Die Unterschiede liegen primär in der Trägermaterial und der Bindung. Schleifbänder für Bandschleifer sind oft auf robusten Gewebeunterlagen befestigt, um den hohen mechanischen Belastungen standzuhalten. Die Schleifkörner sind fester gebunden und für einen hohen Materialabtrag ausgelegt. Normale Schleifblätter oder -scheiben sind häufig auf Papier- oder Vliesunterlagen und eignen sich besser für den manuellen Einsatz oder weniger aggressive Anwendungen. Für das Ausgleichen von Kratzern auf Metall sind beide Arten verfügbar, aber die Wahl hängt stark vom Werkzeug und der Art der Bearbeitung ab.

Hilfreiche Körnungen im Detail: 120er, 1200er und 3000er Schleifpapier

Um die spezifischen Funktionen verschiedener Schleifpapierkörnungen bei der Metallbearbeitung zu verstehen, ist es hilfreich, einige gängige Beispiele genauer zu betrachten. Diese Körnungen repräsentieren verschiedene Stadien im Prozess des Kratzerausgleichs und der Oberflächenverfeinerung.

120er Schleifpapier: Der Grobe Helfer

Die 120er Körnung (oft auch als P120 oder 120/P bezeichnet) ist ein klassisches Schleifpapier für den ersten oder zweiten Schritt bei der Bearbeitung von Metallen. Sie ist grob genug, um moderate Kratzer, Rostansätze oder leichte Unebenheiten effektiv zu entfernen. Auf Stahl oder Edelstahl kann sie verwendet werden, um die scharfen Kanten eines tieferen Kratzers zu glätten. Bei weicheren Metallen sollte sie mit Bedacht eingesetzt werden, um keine neuen, tieferen Riefen zu verursachen. Nach der Bearbeitung mit 120er Schleifpapier ist die Oberfläche deutlich mattiert und weist sichtbare Schleifspuren auf, die mit feineren Körnungen beseitigt werden müssen.

1200er Schleifpapier: Der Feinverfeinerer

Schleifpapier mit einer Körnung von 1200 (P1200) gehört zu den feinen bis sehr feinen Körnungen. Es wird typischerweise eingesetzt, nachdem die tieferen Kratzer mit gröberen Körnungen beseitigt wurden und die Oberfläche nur noch feine Schleifspuren aufweist. Die 1200er Körnung ist ideal, um die Spuren von einer 600er oder 800er Körnung zu entfernen und die Oberfläche für weitere Verfeinerungsschritte oder den Einsatz von Polierpasten vorzubereiten. Sie erzeugt ein gleichmäßiges, feines Schleifbild und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer glatten, spiegelnden Oberfläche. Bei dieser Körnung wird oft nass geschliffen, um die Staubentwicklung zu minimieren und ein noch feineres Ergebnis zu erzielen.

3000er Schleifpapier: Der Poliergrundleger

Die 3000er Körnung (P3000) repräsentiert die extrem feinen Schleifpapiere, die fast an den Rand der Polierbarkeit stoßen. Sie ist das Endglied in vielen Schleifsequenzen, bevor Polierpasten zum Einsatz kommen. Mit 3000er Schleifpapier werden selbst die feinsten Schleifspuren von einer 2000er Körnung entfernt. Die Oberfläche wird dadurch extrem glatt und erhält einen tiefen Mattglanz, der eine hervorragende Basis für das Polieren bildet. Das Schleifen mit 3000er Körnung wird fast immer nass durchgeführt, oft mit Wasser oder einem speziellen Schleifmittel-Additiv, um die Effektivität zu steigern und das Material zu schonen. Das Ergebnis ist eine fast spiegelnde Oberfläche, die bei entsprechender Nachbearbeitung mit Polierpaste brilliert.

Vergleichstabelle: Körnungen und ihre Anwendung auf Metall

Körnung (ca. EU-Norm) Anwendungsbereich bei Metall Ergebnis
80 - 120 Entfernung tiefer Kratzer, Rost, grobe Formgebung Stark mattierte Oberfläche, sichtbare Riefen
180 - 240 Bearbeitung von mittleren Kratzern, Vorbereitung für feinere Körnung Mattierte Oberfläche, feinere Schleifspuren
400 - 600 Entfernung feinerer Kratzspuren, Glättung Gleichmäßige matte Oberfläche
800 - 1200 Vorbereitung auf Politur, Entfernung von 600er-Spuren, erster Nassschliff Seidiger Glanz, fast glatte Oberfläche
1500 - 3000 Feinpoliergrundlage, nasser Fein- und Glanzschliff Sehr glatte, spiegelnde Oberfläche
5000+ Hochglanzpolieren (oft mit Polierpaste) Spiegelnder Glanz, makellose Oberfläche

Zusätzliche Faktoren für die Kratzerentfernung auf Metall

Neben der Wahl der richtigen Körnung spielen weitere Faktoren eine Rolle, um Kratzer auf Metall erfolgreich auszugleichen und ein professionelles Ergebnis zu erzielen. Diese Aspekte tragen zur Effizienz des Prozesses bei und minimieren das Risiko von Folgeschäden.

Nassschliff vs. Trockenschliff

Der Nassschliff, bei dem Wasser oder ein spezielles Kühlmittel verwendet wird, bietet mehrere Vorteile bei der Metallbearbeitung. Er reduziert die Staubentwicklung erheblich, was für die Gesundheit und die Sauberkeit des Arbeitsplatzes wichtig ist. Zudem kühlt das Wasser die Oberfläche, was Überhitzung vermeidet, insbesondere bei härteren Metallen. Der Nassschliff hilft auch, die Schleifkörner sauber zu halten und verhindert ein Zusetzen des Schleifpapiers. Dies führt oft zu einem feineren Oberflächenfinish und verlängert die Lebensdauer des Schleifmittels. Bei sehr feinen Körnungen, wie 1200er, 2000er oder 3000er Schleifpapier, ist der Nassschliff meist die bevorzugte Methode.

Arbeitsrichtung und Druckkontrolle

Die Richtung, in der Sie schleifen, ist entscheidend, besonders bei Metallen mit einer sichtbaren Oberflächenstruktur (z. B. gebürsteter Edelstahl). Beginnen Sie mit dem Schleifen in Richtung des Kratzers, um ihn zu bearbeiten. Sobald der Kratzer entfernt oder geglättet ist, wechseln Sie die Schleifrichtung, oft um 90 Grad, für die nächste, feinere Körnung. Dies hilft, die Schleifspuren der vorherigen Körnung zu identifizieren und sicherzustellen, dass sie vollständig entfernt werden. Der Druck sollte stets gleichmäßig und moderat sein. Zu hoher Druck kann zu Überhitzung und tiefen Riefen führen. Ein gleichmäßiger Druck ist für ein konsistentes Ergebnis unerlässlich.

Reinigung zwischen den Schleifgängen

Zwischen jedem Schleifgang ist eine gründliche Reinigung der Metalloberfläche unerlässlich. Grober Schleifstaub oder Metallpartikel, die auf der Oberfläche verbleiben, können wie zusätzliche Schleifkörner wirken und neue Kratzer oder unerwünschte Riefen verursachen. Verwenden Sie nach jedem Schleifvorgang Druckluft, einen sauberen Pinsel oder ein feuchtes (nicht nasses) Tuch, um alle Rückstände zu entfernen. Bei Nassschliff spülen Sie die Oberfläche gründlich ab. Eine saubere Oberfläche garantiert, dass die nächste, feinere Körnung ihre volle Wirkung entfalten kann und das gewünschte Ergebnis erzielt wird.

Wann ein Fachmann ratsam ist

Obwohl das Ausgleichen von Kratzern auf Metall mit Schleifpapier für viele Oberflächen eine machbare DIY-Aufgabe ist, gibt es Situationen, in denen die Hinzuziehung eines Fachmanns die bessere Wahl ist. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Wertigkeit des Objekts hoch ist, die Oberflächenkomplexität groß ist oder das Risiko eines irreparablen Schadens besteht.

Wertvolle oder antike Metallobjekte

Bei antiken Metallgegenständen, wertvollen Sammlerstücken oder Objekten mit hoher emotionaler oder finanzieller Bedeutung ist das Risiko, den Originalzustand zu beschädigen, besonders hoch. Ein Fachmann für Metallrestaurierung verfügt über das Wissen und die Erfahrung, um den Wert des Objekts zu erhalten und gleichzeitig Kratzer zu entfernen. Sie können auf spezielle Techniken und Materialien zurückgreifen, die im Heimwerkerbereich oft nicht verfügbar sind. Eine falsche Anwendung von Schleifpapier kann hier zu einem erheblichen Wertverlust führen.

Komplexe Oberflächen und Legierungen

Manche Metalloberflächen sind durch ihre Beschaffenheit oder Beschichtung besonders anspruchsvoll. Dies kann z. B. vernickeltes oder verchromtes Metall betreffen, wo eine zu aggressive Bearbeitung die dünne Beschichtung durchdringen kann, oder stark legierte Metalle mit spezifischen Oberflächenbehandlungen. Auch stark strukturierte oder gravierte Oberflächen erfordern spezielle Ansätze. Ein Experte kann die spezifischen Eigenschaften des Metalls und der Oberfläche beurteilen und die Methode auswählen, die am besten geeignet ist, um Kratzer zu entfernen, ohne die Integrität oder Ästhetik der Oberfläche zu beeinträchtigen.

Wenn DIY-Versuche scheitern

Wenn Sie bereits versucht haben, Kratzer mit Schleifpapier oder anderen Mitteln zu entfernen, und das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist oder die Situation sogar verschlimmert wurde, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Fachmann kann oft auch hartnäckigere Fälle retten, die durch unsachgemäße Bearbeitung entstanden sind. Sie können einschätzen, ob eine Reparatur noch möglich ist und welche Methode die beste ist, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Häufige Fehler beim Schleifen von Metall

Beim Ausgleichen von Kratzern auf Metall mit Schleifpapier können Anwender leicht Fehler machen, die das Ergebnis negativ beeinflussen oder sogar zu neuen Schäden führen. Das Bewusstsein für diese typischen Fallstricke ist der erste Schritt, um sie zu vermeiden.

Fehler 1: Falsche Körnung für den Start

Einer der häufigsten Fehler ist die Wahl einer zu feinen Körnung für tiefe Kratzer. Dies führt dazu, dass der Kratzer nicht effektiv entfernt wird und der Anwender frustriert ist. Ebenso schlimm ist die Wahl einer zu groben Körnung für feine Kratzer, da dies neue, tiefere Riefen erzeugt, die dann mühsam mit noch feineren Körnungen beseitigt werden müssen. Die sorgfältige Auswahl der Startkörnung ist entscheidend für den Erfolg.

Fehler 2: Ungleichmäßiger Druck und Schleifrichtung

Werden Kratzer mit ungleichmäßigem Druck bearbeitet oder die Schleifrichtung häufig gewechselt, entstehen unschöne Riefen und ein fleckiges Oberflächenbild. Besonders bei Metallen mit einer gebürsteten oder polierten Oberfläche sind solche Unebenheiten deutlich sichtbar und schwer zu korrigieren. Es ist wichtig, konsistent zu schleifen und die Richtung über jeden Schleifgang beizubehalten, bevor die Richtung für die nächste feine Körnung geändert wird.

Fehler 3: Fehlende Reinigung zwischen den Gängen

Das Vernachlässigen der Reinigung zwischen den einzelnen Schleifschritten ist ein gravierender Fehler. Anhaftender Schleifstaub wirkt wie ein zusätzliches Schleifmittel und kann die frisch bearbeitete Oberfläche zerkratzen. Dies macht die gesamte Mühe zunichte und erfordert oft zusätzliche Arbeitsschritte, um die entstandenen neuen Kratzer zu beheben.

Fehler 4: Überhitzung der Metalloberfläche

Zu schnelles oder zu aggressives Schleifen, besonders mit ungeeigneten Materialien oder Werkzeugen, kann das Metall überhitzen. Dies kann bei einigen Metallen, wie z. B. Edelstahl, zu Verfärbungen (Blaufärbung) führen, die dann nur schwer zu entfernen sind. Der Einsatz von Kühlmitteln (Nassschliff) oder das Anlegen von Pausen kann helfen, dieses Problem zu vermeiden.