Die Kernfrage: Schlagbohrmaschine oder Bohrhammer für Mauerwerk?
Wenn es darum geht, Löcher in Ziegel oder andere Mauerwerksarten zu bohren, stehen Heimwerker und Profis oft vor der Entscheidung: Eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer ist die richtige Wahl? Beide Werkzeuge nutzen eine Schlagfunktion, um das Bohren in harte Materialien zu erleichtern. Doch ihre Funktionsweise, ihre Leistung und ihre Eignung für spezifische Aufgaben unterscheiden sich erheblich. Eine fundierte Wahl erspart Ihnen nicht nur Frustration und Zeitverlust, sondern schont auch Ihr Werkzeug und die zu bearbeitende Oberfläche. Die Entscheidung hängt primär von der Härte des Materials, der geforderten Bohrtiefe und -breite sowie der Häufigkeit der Nutzung ab.
Für das Bohren in weiche bis mittelschwere Ziegelarten, wie sie oft im Innenausbau vorkommen, kann eine gute Schlagbohrmaschine durchaus ausreichend sein. Ihre mechanische Schlagbewegung, die durch das Aneinanderreiben von Zahnrädern erzeugt wird, unterstützt den Bohrer beim Eindringen. Bei härteren Ziegeln, Beton oder gar armiertem Beton stößt die Schlagbohrmaschine jedoch schnell an ihre Grenzen. Hier spielt der Bohrhammer seine überlegene Pneumatik-Schlagwerk-Technologie aus, die mit hoher Frequenz und Kraft schlägt und das Material effizienter zermürbt.
- Bohrhammer ist überlegen bei hartem Mauerwerk und tiefen Bohrungen.
- Schlagbohrmaschine eignet sich für weichere Ziegel und oberflächliche Arbeiten.
- Leistungsumfang und Materialhärte sind entscheidende Auswahlkriterien.
- Die Wahl beeinflusst Effizienz, Präzision und Werkzeugverschleiß.
Funktionsweise im Detail: Mechanischer Schlag vs. Pneumatik
Der grundlegende Unterschied zwischen einer Schlagbohrmaschine und einem Bohrhammer liegt in der Art und Weise, wie das Schlagwerk funktioniert. Dieses Detail ist entscheidend für die Leistung und die Anwendungsgebiete der Werkzeuge. Eine Schlagbohrmaschine nutzt ein mechanisches Schlagwerk. Dabei treibt der Motor über ein Getriebe zwei gezahnte Scheiben an, die sich gegeneinander drehen. Diese Bewegung erzeugt eine Auf- und Abbewegung, die durch einen zusätzlichen Mechanismus (oft eine Art Kugelkupplung) auf den Bohrer übertragen wird. Das Ergebnis ist eine eher stoßende Schlagbewegung, die den Bohrer vorwärts drückt und das Material abträgt. Die Schlagkraft ist hierbei moderat und die Frequenz nicht so hoch wie bei einem Bohrhammer.
Ein Bohrhammer hingegen arbeitet mit einem deutlich komplexeren und leistungsfähigeren pneumatischen Schlagwerk. Hier wird durch einen Kolben, der sich in einem Zylinder bewegt, Druckluft erzeugt. Diese Druckluft schlägt auf einen Schlagbolzen, der wiederum den Bohrer mit großer Wucht und hoher Frequenz bearbeitet. Diese pneumatische Kraft ist weitaus stärker und effektiver als die mechanische Kraft einer Schlagbohrmaschine. Sie ermöglicht ein schnelles und müheloses Bohren auch in sehr harte Materialien wie Beton, Granit oder Stahlbeton. Viele Bohrhämmer bieten zudem verschiedene Betriebsmodi, wie z. B. nur Bohren, Bohren mit Schlag und Meißeln, was ihre Vielseitigkeit enorm erhöht.
Mechanisches Schlagwerk (Schlagbohrmaschine)
Die mechanische Funktionsweise einer Schlagbohrmaschine ist vergleichsweise einfach gehalten. Zwei Zahnräder greifen ineinander und erzeugen durch ihre Drehbewegung ein leichtes "Klicken" oder "Schlagen". Dieses Prinzip ist effektiv für weichere Materialien wie Mauerwerk oder Fliesen, aber weniger geeignet für Beton. Die Kraftübertragung ist hier direkter, aber die Energie des Schlages ist begrenzt. Die Frequenz der Schläge liegt typischerweise im Bereich von 15.000 bis 30.000 Schlägen pro Minute (spm), ist aber in ihrer Intensität geringer.
Pneumatisches Schlagwerk (Bohrhammer)
Das Herzstück des Bohrhammers ist das pneumatische Schlagwerk. Hierbei erzeugt ein beweglicher Kolben einen Luftdruckstoß, der auf einen Zwischenhebel oder direkt auf den Bohrer wirkt. Diese Art der Kraftübertragung ist deutlich effizienter und kraftvoller. Die Schlagenergie ist höher, und die Schlagfrequenz kann ebenfalls höher sein, oft im Bereich von 4.000 bis 6.000 Schlägen pro Minute, aber mit wesentlich mehr Impuls pro Schlag. Diese höhere Energie pro Schlag macht den Bohrhammer zum Spezialisten für harte Baustoffe.
Die Unterscheidung im Schlagwerk ist der primäre Indikator für die Leistungsfähigkeit.
Anwendungsbereiche und Materialeignung im Vergleich
Die Wahl des richtigen Werkzeugs hängt maßgeblich davon ab, welches Material Sie bearbeiten möchten und welche Art von Bohrung Sie benötigen. Für das Bohren in weiche Ziegelsteine, Porenbeton (Gasbeton) oder Kalksandstein, oft für das Anbringen von Regalen, Lampen oder leichten Wandelementen, ist eine Schlagbohrmaschine in der Regel ausreichend. Sie bietet eine gute Balance aus Leistung und Handhabung für diese Anwendungen. Die mechanische Schlagfunktion hilft dabei, den Bohrer in das Material zu treiben, ohne dass übermäßige Kraft aufgewendet werden muss. Wenn Sie jedoch häufiger bohren oder das Material härter ist, sollten Sie den Bohrhammer in Betracht ziehen.
Bei härteren Ziegeln, Klinker, Beton oder gar Stahlbeton kommt die Schlagbohrmaschine schnell an ihre Grenzen. Die mechanische Schlagkraft reicht oft nicht aus, um effizient voranzudringen, und das Werkzeug kann überhitzen oder beschädigt werden. Hier ist der Bohrhammer mit seinem pneumatischen Schlagwerk die eindeutig überlegene Wahl. Er meistert mühelos das Bohren von Löchern für Dübel, die Befestigung schwerer Lasten, das Setzen von Durchbrüchen oder sogar Stemmarbeiten. Die Kraft des pneumatischen Schlags zermürbt das harte Material regelrecht und ermöglicht ein schnelles, präzises Bohren. Für sehr präzise, oberflächliche Löcher in weicheren Materialien kann eine reine Bohrmaschine (ohne Schlagfunktion) oder eine Schlagbohrmaschine im Bohrmodus die bessere Wahl sein, um das Material nicht unnötig zu beschädigen.
Schlagbohrmaschine: Ideal für leichte und mittlere Aufgaben
Die Schlagbohrmaschine glänzt bei Bohrungen in:
- Weiche Ziegelsteine
- Porenbeton (Gasbeton)
- Kalksandstein (bis zu gewissem Härtegrad)
- Holz (im Bohrmodus)
- Metall (im Bohrmodus)
- Fliesen (mit speziellem Fliesenbohrer)
Sie ist die typische Wahl für den Heimwerker, der gelegentlich kleinere Löcher für Bilder oder Regale bohren muss. Die Handhabung ist oft einfacher und das Gewicht geringer als bei einem Bohrhammer.
Bohrhammer: Die Kraft für härteste Baustoffe
Der Bohrhammer ist die erste Wahl für:
- Harter Ziegel und Klinker
- Beton (auch Stahlbeton)
- Naturstein
- Fliesen (mit entsprechender Vorsicht und Erfahrung)
- Stemmarbeiten (oft im separaten Meißelmodus)
Wenn Sie regelmäßig in Beton bohren müssen, schwere Lasten befestigen wollen oder größere Projekte wie Renovierungen oder Neubauten planen, ist ein Bohrhammer unverzichtbar.
Ein Bohrhammer mit SDS-Plus-Aufnahme ist der Standard für professionelle Mauerwerkbearbeitung.
Leistungskennzahlen: Was bedeuten Watt, Schlagzahl und Schlagenergie?
Beim Vergleich von Schlagbohrmaschinen und Bohrhammern stoßen Sie auf verschiedene technische Kennzahlen, die entscheidend für die Leistung sind. Die Wattzahl (W) gibt die Leistungsaufnahme des Motors an. Eine höhere Wattzahl bedeutet in der Regel mehr Kraftreserven, ist aber nicht das alleinige Kriterium. Ein Gerät mit 300 W kann unter Umständen mehr Leistung bringen als ein 600-W-Gerät, wenn die Getriebeabstimmung besser ist.
Die Schlagzahl, oft in Schlägen pro Minute (spm) angegeben, beschreibt, wie oft das Schlagwerk pro Minute aktiviert wird. Bei Schlagbohrmaschinen liegt dieser Wert oft zwischen 15.000 und 30.000 spm, bei Bohrhammern zwischen 4.000 und 6.000 spm. Auf den ersten Blick scheinen die Zahlen der Schlagbohrmaschine höher, doch die Intensität des einzelnen Schlages ist bei Bohrhammern um ein Vielfaches höher.
Entscheidend für die Leistungsfähigkeit eines Bohrhammers ist die Schlagenergie, gemessen in Joule (J). Diese Angabe gibt die kinetische Energie an, die bei jedem Schlag freigesetzt wird. Hier liegen die Unterschiede am deutlichsten: Eine typische Schlagbohrmaschine hat keine angegebene Schlagenergie, da diese vergleichsweise gering ist. Ein leichter Bohrhammer beginnt bei etwa 1-2 Joule, während leistungsstarke Modelle 5 Joule und mehr erreichen können. Diese hohe Schlagenergie ist es, die das Bohren in Beton so effizient macht.
Leistungsaufnahme (Watt)
Die Wattzahl gibt die reine Motorleistung an. Für gelegentliche Heimwerkerarbeiten sind 500-700 W bei Schlagbohrmaschinen oft ausreichend. Bei Bohrhammern sind die Werte meist ähnlich oder sogar etwas niedriger (z. B. 600-800 W), da die Effizienz des pneumatischen Schlagwerks hier wichtiger ist als reine Motorleistung.
Schlagzahl (spm)
Für Schlagbohrmaschinen ist eine hohe Schlagzahl (bis 30.000 spm) vorteilhaft für weichere Materialien. Bei Bohrhammern ist eine niedrigere Schlagzahl (bis ca. 6.000 spm) normal, da jeder Schlag eine höhere Energie hat. Achten Sie bei Bohrhammern auf die angegebene Schlagenergie.
Schlagenergie (Joule)
Dies ist die wichtigste Kennzahl für Bohrhammer. Sie gibt an, wie kräftig jeder Schlag ist. Werte von 2-3 Joule sind für typische Mauerwerkbohrungen gut. Für härtere Einsätze oder größere Bohrdurchmesser sind 5 Joule und mehr empfehlenswert. Die Schlagenergie ist der entscheidende Faktor für Beton.
Bohrerdurchmesser und maximale Bohrtiefe: Was ist möglich?
Die maximale Bohrdurchmesser und die maximalen Bohrtiefen sind direkte Indikatoren für die Einsatzfähigkeit eines Werkzeugs bei bestimmten Aufgaben. Bei Schlagbohrmaschinen sind die angegebenen Maximaldurchmesser meist auf weiche Materialien wie Holz und Stahl bezogen, während für Mauerwerk oder Beton geringere Durchmesser empfohlen werden. Typischerweise können Sie mit einer leistungsfähigen Schlagbohrmaschine Löcher bis etwa 13 mm in Mauerwerk und bis 25-30 mm in Holz bohren. Bei Beton sind oft nur bis 10-13 mm praktikabel, und das Bohren größerer Löcher wird sehr mühsam oder unmöglich.
Bohrhämmer sind hier deutlich im Vorteil. Durch ihre höhere Schlagenergie und die pneumatische Unterstützung können sie deutlich größere Durchmesser bohren und größere Tiefen erreichen. Ein typischer SDS-Plus-Bohrhammer kann problemlos Löcher von 10-25 mm in Beton bohren, und je nach Modell sind auch Durchmesser bis 32 mm oder sogar 40 mm für kurze Zeit möglich. Bei hartem Beton und größeren Durchmessern spielt der Bohrhammer seine Stärken voll aus. Die maximale Bohrtiefe ist ebenfalls größer, wobei hier oft Zusatzfunktionen wie Tiefenanschläge zum Einsatz kommen, um die gewünschte Tiefe präzise zu erreichen. Die Wahl des Bohrers selbst ist ebenfalls entscheidend; für Beton und Ziegel benötigen Sie spezielle Stein- oder Betonbohrer, oft mit Hartmetallspitze.
Maximale Bohrdurchmesser in verschiedenen Materialien
Eine typische Schlagbohrmaschine erreicht:
- Holz: bis 30-40 mm
- Metall: bis 10-13 mm
- Mauerwerk/Ziegel: bis 13-16 mm
- Beton: bis 10-13 mm
Ein Bohrhammer (SDS-Plus) erreicht:
- Holz: bis 30-40 mm (weniger relevant, da ohne Schlag gebohrt wird)
- Metall: bis 13 mm (seltener genutzt)
- Mauerwerk/Ziegel: bis 20-26 mm
- Beton: bis 20-26 mm, größere Durchmesser (bis 40 mm) mit stärkeren Modellen möglich.
Bohrtiefen und Bohrerwahl
Die Bohrtiefe wird durch die Baulänge des Bohrers und die Kapazität des Werkzeugs bestimmt. Bei Bohrern mit einer Gesamtlänge von 160 mm können Sie typischerweise 100-120 mm tief bohren. Für längere Löcher sind entsprechende Bohrer und Werkzeuge erforderlich. Die Wahl des richtigen Bohrers ist für jeden Materialtyp entscheidend.
Bohrhammer-Aufnahmen: SDS-Plus vs. SDS-Max
Bohrhämmer, insbesondere professionelle Modelle, sind in der Regel mit speziellen Bohreraufnahmen ausgestattet, die für die hohen Kräfte und Drehzahlen ausgelegt sind. Die zwei gängigsten Systeme sind SDS-Plus und SDS-Max. Das SDS-System (Special Direct System) wurde von Bosch entwickelt und zeichnet sich durch eine Schnellwechselfunktion und eine verbesserte Kraftübertragung aus. Bohrer mit SDS-Aufnahme verfügen über Nuten, die in die Aufnahme des Bohrers greifen und so ein Verrutschen verhindern sowie die Schlagenergie effektiv übertragen. Sie ermöglichen einen schnellen Wechsel des Bohrers ohne Werkzeug.
SDS-Plus ist das Standardformat für die meisten mittelschweren Bohr- und Meißelarbeiten. Es ist weit verbreitet und bietet eine gute Leistung für Bohrdurchmesser bis etwa 26 mm (in Beton). Wenn Sie jedoch größere Löcher bohren oder häufig schwere Stemmarbeiten durchführen müssen, sind Werkzeuge mit SDS-Max-Aufnahme die bessere Wahl. SDS-Max ist für leistungsstärkere, schwere Bohr- und Meißelhämmer konzipiert und ermöglicht Bohrdurchmesser bis zu 50 mm und mehr, sowie deutlich höhere Schlagenergien und eine robustere Konstruktion. Die Wahl des richtigen Aufnahmesystems ist essenziell, da Bohrer und Werkzeug zueinander passen müssen.
SDS-Plus: Der Allrounder für die meisten Anwendungen
- Geeignet für Bohrungen bis ca. 26 mm Durchmesser in Beton.
- Schneller Bohrerwechsel.
- Standard bei den meisten Bohr- und Schlagbohrmaschinen für den professionellen Einsatz im Mauerwerksbereich.
- Leichtere und handlichere Werkzeuge.
SDS-Max: Für Schwerlastanwendungen
- Geeignet für Bohrungen ab ca. 20 mm bis über 50 mm Durchmesser in Beton.
- Höhere Schlagenergie und Drehmomentübertragung.
- Robuster und schwerer Bauweise.
- Primär für professionelle, schwere Demontage- und Bohrvorhaben.
Die Wahl zwischen SDS-Plus und SDS-Max hängt von der geplanten maximalen Bohrgigröße und der Art der Baustelle ab.
Betriebsmodi: Nur Bohren, Schlagbohren oder Meißeln?
Moderne Bohrwerkzeuge sind oft mit verschiedenen Betriebsmodi ausgestattet, die ihre Vielseitigkeit erheblich erweitern. Die einfachste Form ist der reine Bohrmodus, der bei Schlagbohrmaschinen und Bohrhammern verfügbar ist. In diesem Modus funktioniert das Gerät wie eine herkömmliche Bohrmaschine ohne Schlagfunktion und ist ideal für das Bohren in Holz, Metall oder Kunststoffe, wo ein Schlag das Material beschädigen könnte. Dieser Modus ist auch nützlich, um mit einem Schlagbohrer in Mauerwerk zu bohren, wenn man nur eine sehr sanfte Unterstützung wünscht oder den Bohrer nicht überfordern möchte.
Der Schlagbohrmodus ist die Kernfunktion von Schlagbohrmaschinen und Bohrhammern für das Bohren in Mauerwerk, Ziegel und Beton. Hier wird die Schlagfunktion zugeschaltet, die das Eindringen des Bohrers in harte Materialien unterstützt. Wie bereits erläutert, unterscheidet sich die Art des Schlages zwischen mechanisch und pneumatisch. Der dritte häufige Modus ist das Meißeln oder Hammerbohren (oft nur bei Bohrhammern), bei dem die Drehbewegung unterbrochen wird und nur noch die reine Schlagkraft zur Verfügung steht. Dies ermöglicht das Abtragen von Putz, das Entfernen von Fliesen oder das Stemmen kleinerer Betonflächen. Diese Funktion macht den Bohrhammer zu einem multifunktionalen Werkzeug für anspruchsvolle Bau- und Renovierungsarbeiten.
Reiner Bohrmodus
- Funktioniert wie eine normale Bohrmaschine.
- Geeignet für Holz, Metall, Kunststoff.
- Wichtig, um Material nicht zu beschädigen.
Schlagbohrmodus
- Kombiniert Rotation mit Schlagfunktion.
- Ideal für Bohrungen in Ziegel, Mauerwerk, Beton.
- Leistungsunterschiede zwischen mechanischem und pneumatischem Schlagwerk sind hier entscheidend.
Meißelmodus (Nur bei Bohrhammern)
- Reine Schlagfunktion ohne Rotation.
- Für Stemmarbeiten, Entfernen von Putz, Fliesen oder Fugen.
- Ermöglicht das kontrollierte Abtragen von Material.
Die Möglichkeit des Meißelns hebt den Bohrhammer deutlich von der Schlagbohrmaschine ab.
Akkubetrieb vs. Netzbetrieb: Mobilität und Leistung
Bei der Wahl zwischen einer Schlagbohrmaschine oder einem Bohrhammer spielt auch die Stromversorgung eine wichtige Rolle: Akkubetrieb oder Netzbetrieb. Akku-Werkzeuge bieten unschlagbare Mobilität. Sie sind ideal für Baustellen ohne Stromanschluss, für Arbeiten in der Höhe oder wenn Kabel stören würden. Die Leistung von Akku-Geräten hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert, dank fortschrittlicher Akku-Technologien wie Lithium-Ionen und leistungsfähigerer Motoren. Marken wie Makita bieten beispielsweise leistungsstarke 18V Akku-Schlagbohrmaschinen und Bohrhammer an, die mit ihren Netzbetrieb-Pendants mithalten können.
Netzbetriebene Werkzeuge bieten hingegen oft eine konstant hohe Leistung, die nicht durch einen leeren Akku unterbrochen wird. Sie sind in der Regel preisgünstiger in der Anschaffung und benötigen keine Akkus, die teuer sein können und eine begrenzte Lebensdauer haben. Für lange Arbeitseinsätze oder sehr anspruchsvolle Aufgaben, bei denen maximale und ununterbrochene Leistung gefragt ist, kann ein kabelgebundenes Gerät die praktischere Wahl sein. Die Entscheidung hängt also von Ihren Arbeitsbedingungen und Prioritäten ab: maximale Flexibilität und Portabilität (Akku) versus konstante, ununterbrochene Leistung und potenziell geringere Anschaffungskosten (Netz).
Akkubetrieb: Flexibilität und Freiheit
- Hohe Mobilität, kein störendes Kabel.
- Ideal für abgelegene Baustellen oder Arbeiten in der Höhe.
- Leistung inzwischen vergleichbar mit Netzgeräten, besonders bei Premium-Marken.
- Investition in Akkus und Ladegerät erforderlich.
Netzbetrieb: Konstante Leistung und Zuverlässigkeit
- Ununterbrochene Stromversorgung, kein Aufladen nötig.
- Oft günstiger in der Anschaffung.
- Begrenzte Reichweite durch Kabellänge.
- Kann bei sehr langen oder anspruchsvollen Einsätzen praktischer sein.
Für professionelle Anwender, die täglich im Einsatz sind, ist eine Kombination aus beiden Systemen oft die effektivste Lösung.
Worauf achten beim Kauf: Checkliste für Ihre Wahl
Bei der Auswahl des passenden Werkzeugs – sei es eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer – sollten Sie eine klare Checkliste abarbeiten, um sicherzustellen, dass Sie die richtige Entscheidung treffen. Zuerst sollten Sie Ihre typischen Arbeitsumgebungen und die Materialien, mit denen Sie am häufigsten arbeiten, analysieren. Bohren Sie hauptsächlich in weiche Ziegelwände, um Bilder aufzuhängen? Dann reicht eine gute Schlagbohrmaschine wahrscheinlich aus. Müssen Sie regelmäßig in Beton bohren, um schwere Einbauschränke zu befestigen oder Durchbrüche zu schaffen? Dann führt kein Weg an einem Bohrhammer vorbei.
Betrachten Sie die technischen Spezifikationen: Achten Sie bei Bohrhammern besonders auf die Schlagenergie (Joule) und die maximale Bohrdurchmesser für Beton. Bei Schlagbohrmaschinen sind die Schlagzahl und die Leistungsaufnahme (Watt) wichtige Indikatoren. Prüfen Sie die Art der Bohreraufnahme (SDS-Plus ist Standard bei Bohrhammern) und ob das Werkzeug die benötigten Betriebsmodi (Bohren, Schlagbohren, Meißeln) bietet. Ergonomie und Gewicht sind ebenfalls entscheidend, besonders wenn Sie längere Zeit mit dem Werkzeug arbeiten müssen. Ein gut ausbalanciertes Gerät mit einem angenehmen Griff minimiert Ermüdungserscheinungen.
Material und Häufigkeit der Nutzung
- Weicher Ziegel, Porenbeton, gelegentliche Nutzung: Schlagbohrmaschine.
- Harter Ziegel, Beton, Stahlbeton, regelmäßige Nutzung: Bohrhammer.
Technische Spezifikationen
- Bohrhammer: Schlagenergie (Joule), max. Bohrdurchmesser Beton, SDS-Plus/Max.
- Schlagbohrmaschine: Watt, Schlagzahl, max. Bohrdurchmesser Mauerwerk.
- Prüfen Sie die Anzahl der Gänge (oft 2 bei Bohrern), die für unterschiedliche Drehzahlen wichtig sind.
Ergonomie und Zusatzfunktionen
- Gewicht und Balance des Geräts.
- Zusatzfunktionen wie Tiefenanschlag, Rechts-/Linkslauf, LED-Arbeitslicht.
- Akkuleistung und -verfügbarkeit (bei Akku-Geräten), Ladezeit.
Investieren Sie in Qualität, besonders wenn das Werkzeug häufig zum Einsatz kommt.
Pflege und Wartung für Langlebigkeit
Damit Ihre Schlagbohrmaschine oder Ihr Bohrhammer Ihnen lange treue Dienste leistet, ist eine regelmäßige Pflege und Wartung unerlässlich. Nach jeder Benutzung, besonders nach Arbeiten in staubiger Umgebung wie beim Bohren in Beton oder Ziegel, sollten Sie das Werkzeug gründlich reinigen. Entfernen Sie Staub und Bohrmehl von der Gehäuseoberfläche, den Lüftungsschlitzen und insbesondere von der Bohreraufnahme. Ein Pinsel oder Druckluft eignet sich hierfür gut. Achten Sie darauf, dass kein Staub in das Innere des Geräts gelangt, besonders in das Getriebe und das Schlagwerk.
Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand des Kabels (bei netzbetriebenen Geräten) auf Beschädigungen. Bei Akku-Geräten ist die Pflege der Akkus wichtig: Lagern Sie sie kühl und trocken und vermeiden Sie Tiefentladung. Die Bohreraufnahme sollte stets sauber und frei von Schmutzpartikeln sein, um eine optimale Kraftübertragung zu gewährleisten und Verschleiß zu minimieren. Bei Bohrern mit SDS-Aufnahme ist es ratsam, die Nuten und die Aufnahme selbst gelegentlich leicht mit einem geeigneten Schmiermittel zu versehen, um den reibungslosen Wechsel zu erleichtern und Verschleiß zu vermeiden. Lassen Sie das Werkzeug nach Gebrauch vollständig abkühlen, bevor Sie es verstauen. Eine saubere Bohreraufnahme ist entscheidend für die Leistung.
Reinigung nach Gebrauch
- Bürsten Sie groben Schmutz und Staub ab.
- Nutzen Sie Druckluft, um Lüftungsschlitze und Gehäuse zu reinigen.
- Reinigen Sie die Bohreraufnahme sorgfältig.
Pflege der Bohreraufnahme
- Halten Sie die SDS-Aufnahme und die Bohrer-Nuten stets sauber.
- Leichtes Schmiermittel kann den Werkzeugwechsel erleichtern und Verschleiß reduzieren (Herstellerangaben beachten).
- Überprüfen Sie auf Beschädigungen oder Abnutzung.
Akku- und Kabelpflege
- Lagern Sie Akkus fachgerecht, vermeiden Sie extreme Temperaturen.
- Überprüfen Sie Kabel auf Risse oder Brüche.
