Grundlagen des Kompressor Druckschalters

Das korrekte Einstellen des Kompressor Druckschalters ist entscheidend für die Langlebigkeit und Effizienz Ihrer Druckluftanlage. Er regelt die Ein- und Ausschaltpunkte des Kompressors basierend auf dem Druck im Kessel, was Überlastung verhindert und Energie spart. Ein falsch eingestellter Druckschalter kann zu unnötigem Verschleiß, unzureichender Druckluftverfügbarkeit oder sogar Sicherheitsrisiken führen. Die Anpassung erfordert Sorgfalt und ein Verständnis der mechanischen Funktionsweise des Schalters.

  • Druckschalter steuert Ein/Aus-Zyklus.
  • Verhindert Überlastung und spart Energie.
  • Präzise Einstellung ist für Langlebigkeit essenziell.
  • Falsche Einstellung beeinträchtigt Leistung und Sicherheit.

Der Druckschalter ist das Herzstück der automatischen Steuerung eines jeden Kolbenkompressors. Er besteht typischerweise aus einer Membran, die auf den im Druckluftbehälter herrschenden Druck reagiert, und einem mechanischen Schaltsystem, das den Motor bei Erreichen des oberen Druckgrenzwertes abschaltet und bei Unterschreiten des unteren Grenzwertes wieder einschaltet. Oftmals sind diese Schalter mit einem Überlastschutz-Thermoschalter und einem Entlastungsventil kombiniert, das beim Abschalten den Druck im Zylinderkopf reduziert, um den Wiederanlauf zu erleichtern.

Funktionsweise und Komponenten

Die Kernkomponente ist die Druckdose oder Membran, die durch den im Kessel gespeicherten Luftdruck beaufschlagt wird. Diese Membran ist mit einem Hebelmechanismus verbunden, der wiederum auf einen elektrischen Schalter wirkt. Wenn der Druck einen voreingestellten Wert erreicht, drückt die Membran auf den Hebel, der den Schalter betätigt und die Stromzufuhr zum Motor unterbricht. Umgekehrt, wenn der Druck durch Verbraucher sinkt, entspannt sich die Membran, der Hebel bewegt sich zurück und schließt den Stromkreis für den Motor.

Die Einstellung des Druckschalters erfolgt über zwei Hauptregulierschrauben: die Differenzdruck- oder Einschaltdruck-Schraube und die maximaler Druck- oder Ausschaltdruck-Schraube. Die erste Schraube beeinflusst, bei welchem Druck der Kompressor wieder anspringt (Einschaltdruck), während die zweite Schraube den Druck bestimmt, bei dem der Kompressor abschaltet (Ausschaltdruck). Das Verständnis des Zusammenspiels dieser beiden Einstellungen ist der Schlüssel zur optimalen Konfiguration.

Die richtige Kalibrierung schützt den Motor und gewährleistet eine konstante Verfügbarkeit von Druckluft.

Vorbereitung und Sicherheitshinweise

Bevor Sie mit dem Einstellen des Kompressor Druckschalters beginnen, ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich, um sowohl die Sicherheit zu gewährleisten als auch präzise Ergebnisse zu erzielen. Das Wichtigste zuerst: Trennen Sie den Kompressor immer vom Stromnetz, bevor Sie mechanische oder elektrische Arbeiten durchführen. Dies ist ein absolutes Muss, um Stromschläge oder mechanische Verletzungen zu vermeiden. Stellen Sie sicher, dass der Kessel vollständig entleert ist, um jeglichen gespeicherten Druck abzulassen.

Sie benötigen neben einem geeigneten Werkzeugsatz, typischerweise Schraubendreher (Schlitz und Kreuzschlitz) sowie eventuell einen passenden Maulschlüssel für Kontermuttern, auch ein zuverlässiges Manometer. Oftmals ist ein Manometer bereits am Kompressor vorhanden, aber es ist ratsam, ein zusätzliches, gut ablesbares externes Manometer zu verwenden, um die Genauigkeit der Einstellung zu überprüfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Wissen um die empfohlenen Druckbereiche für Ihren spezifischen Kompressor und die Anwendungen, für die Sie ihn nutzen möchten. Diese Informationen finden Sie meist in der Bedienungsanleitung des Herstellers.

Sicherheit hat oberste Priorität: Immer erst den Kompressor spannungsfrei schalten und den Kessel entleeren.

Benötigte Werkzeuge und Materialien

Für die erfolgreiche Einstellung des Druckschalters sind folgende Werkzeuge und Materialien empfehlenswert:

  • Schraubendreher-Set (Schlitz und Kreuzschlitz, verschiedene Größen)
  • Maulschlüssel-Set (falls vorhanden, zur Sicherung von Muttern)
  • Zusätzliches, kalibriertes Manometer (optional, aber empfohlen für Genauigkeit)
  • Bedienungsanleitung des Kompressors
  • Schutzbrille und Arbeitshandschuhe

Es ist auch ratsam, die Umgebung des Druckschalters von Schmutz und Staub zu befreien, um zu verhindern, dass Verunreinigungen in die Mechanik gelangen. Wenn der Druckschalter selbst Anzeichen von Beschädigung aufweist oder stark verschmutzt ist, sollten Sie in Erwägung ziehen, ihn vor der Einstellung zu prüfen oder sogar zu tauschen, bevor Sie mit der Justierung beginnen. Eine gründliche Prüfung aller Komponenten, wie des Entlastungsventils oder des Ansaugschlauchs, kann ebenfalls sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass das gesamte System korrekt funktioniert.

Der Einstellungsprozess: Schritt für Schritt

Das Einstellen des Druckschalters beginnt mit dem Identifizieren der Einstellschrauben. An den meisten Druckschaltern finden Sie eine größere Schraube für den Ausschaltdruck (oft mit 'Pmax' oder '+' markiert) und eine kleinere Schraube für den Einschaltdruck oder die Druckdifferenz (oft mit 'Pd' oder '-' markiert). Die größere Schraube beeinflusst den maximalen Druck, bei dem der Kompressor stoppt. Drehen Sie diese Schraube im Uhrzeigersinn, um den Ausschaltdruck zu erhöhen, und gegen den Uhrzeigersinn, um ihn zu senken.

Die kleinere Schraube reguliert den Unterschied zwischen dem Druck, bei dem der Kompressor abschaltet, und dem Druck, bei dem er wieder einschaltet (Differenzdruck). Eine größere Differenz bedeutet selteneres Schalten, was den Verschleiß reduziert, aber auch größere Schwankungen im Arbeitsdruck mit sich bringt. Drehen Sie die kleine Schraube im Uhrzeigersinn, um die Differenz zu vergrößern (höherer Einschaltdruck), und gegen den Uhrzeigersinn, um sie zu verringern (niedrigerer Einschaltdruck). Ein typischer Differenzdruck liegt zwischen 1 und 2 Bar.

Feinjustierung ist entscheidend: Kleine Drehungen bewirken oft große Unterschiede.

Einstellen des Ausschaltdrucks (Pmax)

Beginnen Sie mit dem Ausschaltdruck. Stellen Sie sicher, dass der Kessel leer ist. Drehen Sie die Einstellschraube für den maximalen Druck (Pmax) zunächst in eine neutrale Position, falls diese stark verstellt ist. Dann lassen Sie den Kompressor laufen. Beobachten Sie das externe Manometer. Wenn der gewünschte Ausschaltdruck (z. B. 8 Bar) erreicht ist, schaltet der Kompressor ab. Falls er zu früh oder zu spät abschaltet, stoppen Sie den Kompressor, trennen Sie ihn vom Strom und passen Sie die Pmax-Schraube entsprechend an. Drehen Sie die Schraube nur in kleinen Schritten von einer Viertelum- oder Halbumdrehung und wiederholen Sie den Vorgang, bis der gewünschte Druck erreicht ist. Achten Sie darauf, den vom Hersteller empfohlenen Maximaldruck des Kessels nicht zu überschreiten.

Einstellen des Einschaltdrucks (Pd) und Differenzdrucks

Nachdem der Ausschaltdruck korrekt eingestellt ist, widmen Sie sich dem Einschaltdruck (Pd) oder dem Differenzdruck. Lassen Sie den Kompressor laufen, bis der Ausschaltdruck erreicht ist und er abschaltet. Öffnen Sie dann einen Verbraucher (z. B. ein angeschlossenes Werkzeug oder das Entlastungsventil leicht), um Druck abzulassen. Beobachten Sie das Manometer. Der Druck wird nun fallen. Wenn der Kompressor bei dem gewünschten Einschaltdruck (z. B. 6 Bar, bei einer Differenz von 2 Bar zu den 8 Bar Ausschaltdruck) wieder anspringt, ist die Einstellung korrekt. Überprüfen Sie die Einstellung des Entlastungsventils, da dieses beim Abschalten leicht öffnen sollte, um den Motor beim Wiederanlaufen zu entlasten. Wenn der Kompressor zu früh oder zu spät einschaltet, passen Sie die Pd-Schraube an. Eine Vergrößerung der Differenz (Uhrzeigersinn) erhöht den Einschaltdruck, eine Verkleinerung senkt ihn (Gegen-Uhrzeigersinn). Konsultieren Sie Ihre Anleitung, um die optimalen Werte für Ihren Kompressor zu finden.

Wichtig: Achten Sie auf die vom Hersteller vorgegebenen maximalen Druckwerte für den Kessel und den Druckschalter selbst. Diese dürfen keinesfalls überschritten werden.

Häufige Probleme und deren Behebung

Ein häufig auftretendes Problem ist, dass der Kompressor gar nicht erst anspringt oder nach dem Abschalten nicht wieder einschaltet. Dies kann an einer falsch eingestellten Niederdruckgrenze liegen. Überprüfen Sie zunächst, ob der Druckschalter überhaupt Strom erhält und ob die Kontakte sauber sind. Ist der Einschaltdruck zu hoch eingestellt, wird der Kompressor nicht anspringen, solange der Kesseldruck über diesem Wert liegt. Eine Anpassung der kleineren Einstellschraube (Pd) kann hier Abhilfe schaffen, indem der Einschaltdruck gesenkt wird.

Ein anderes typisches Szenario ist, dass der Kompressor zwar abschaltet, aber dann ständig weiterläuft oder der Druck nicht auf den gewünschten Wert ansteigt. Dies deutet oft auf ein Problem mit der Membran oder dem Hebelmechanismus des Druckschalters hin. Möglicherweise ist die Membran beschädigt oder verkantet, oder die Federkraft der Einstellschrauben ist zu gering. In solchen Fällen ist oft ein Austausch des Druckschalters unumgänglich. Überprüfen Sie auch, ob das Entlastungsventil korrekt schließt und nicht permanent einen kleinen Luftstrom entweichen lässt, was den Aufbau von Druck verhindert.

Wenn der Kompressor nicht schaltet, prüfen Sie zuerst die Stromzufuhr und die Grundeinstellungen.

Kompressor schaltet nicht ab

Wenn Ihr Kompressor den eingestellten Maximaldruck erreicht, aber nicht abschaltet, ist dies ein ernstes Sicherheitsproblem. Die häufigste Ursache ist eine falsch eingestellte oder defekte Druckschalter-Mechanik. Überprüfen Sie die große Einstellschraube (Pmax). Möglicherweise ist sie zu weit herausgedreht oder der Mechanismus ist blockiert. Eine andere Ursache kann eine defekte Membran sein, die den Druck nicht mehr an den Schalter weiterleitet. In solchen Fällen muss der Druckschalter umgehend ersetzt werden. Ein intaktes Entlastungsventil, das beim Abschalten kurz öffnet, um den Restdruck aus dem Steuerraum des Schalters zu lassen, ist ebenfalls wichtig für die korrekte Funktion.

Kompressor schaltet zu oft oder zu selten

Wenn der Kompressor sehr häufig ein- und ausschaltet (kurze Taktung), kann dies auf eine zu geringe Druckdifferenz hinweisen. Die Einstellung der kleinen Schraube (Pd) muss dann so angepasst werden, dass der Unterschied zwischen Ein- und Ausschaltdruck größer wird. Dies reduziert die Schaltfrequenz und schont den Motor sowie den Schalter. Umgekehrt kann eine zu große Druckdifferenz dazu führen, dass der Druck im Kessel stark schwankt und für bestimmte Anwendungen nicht mehr ausreichend konstant ist. In diesem Fall muss die Differenz verringert werden, indem die kleine Schraube entsprechend eingestellt wird. Achten Sie darauf, dass die Schwankungen innerhalb des für Ihre Werkzeuge erforderlichen Bereichs bleiben.

Ein Kompressor, der zu oft schaltet, verschleißt schneller.

Optimale Druckbereiche und Anwendungen

Die optimale Einstellung des Druckschalters hängt stark von der beabsichtigten Anwendung des Kompressors ab. Generell gilt, dass ein Kompressor für den häuslichen oder semiprofessionellen Gebrauch oft mit einem Ausschaltdruck von 6 bis 10 Bar (ca. 87-145 PSI) konfiguriert ist. Für industrielle Anwendungen oder spezielle Werkzeuge können jedoch höhere Drücke erforderlich sein, wobei stets die maximal zulässigen Druckwerte des Kessels und der angeschlossenen Komponenten beachtet werden müssen.

Ein zu hoher Einschaltdruck ist oft unnötig und belastet den Motor stärker. Ein niedriger Einschaltdruck mit einer moderaten Differenz sorgt für eine gleichmäßigere Versorgung und schont die Komponenten. Wenn Sie beispielsweise Druckluftwerkzeuge wie Schlagschrauber oder Farbspritzpistolen verwenden, ist eine konstante Druckversorgung entscheidend. Werkzeuge mit hohem Luftverbrauch erfordern oft einen höheren maximalen Druck und eine schnelle Wiederbefüllung des Kessels.

Die Druckluftqualität und -verfügbarkeit sind direkt mit der präzisen Einstellung des Druckschalters verbunden.

Anwendungsspezifische Druckeinstellungen

Für Reifenfüllgeräte oder einfache Blasaufgaben sind oft Drücke zwischen 3 und 4 Bar ausreichend. Druckluftwerkzeuge wie Schlagschrauber oder Ratschen benötigen typischerweise zwischen 6 und 8 Bar. Lackierpistolen erfordern oft einen sehr konstanten Druck, meist zwischen 2,5 und 5 Bar, abhängig vom Lacktyp und der Düse. Bei der Einstellung des Druckschalters sollten Sie die spezifischen Anforderungen Ihrer Werkzeuge und Geräte berücksichtigen und sicherstellen, dass der eingestellte Bereich diese Anforderungen erfüllt.

Beachten Sie, dass der vom Druckschalter gemessene Druck der Druck im Kessel ist. Der tatsächliche Druck am Werkzeug kann durch den Druckminderer und die Länge sowie den Durchmesser des Druckluftschlauchs beeinflusst werden. Ein Druckminderer ermöglicht es, den Druck nach dem Druckschalter weiter zu regulieren und auf den für das jeweilige Werkzeug benötigten Wert einzustellen. Eine gute Praxis ist es, den Kompressor auf einen etwas höheren Maximaldruck einzustellen, als für die meisten Ihrer Anwendungen benötigt wird, und dann den Druckminderer am Ausgang des Kompressors auf den exakten Wert für das jeweilige Werkzeug zu regulieren.

Wartung und Langlebigkeit des Druckschalters

Die regelmäßige Wartung des Druckschalters ist entscheidend für seine Langlebigkeit und die zuverlässige Funktion des gesamten Kompressors. Auch wenn der Druckschalter selbst ein relativ robustes Bauteil ist, kann er durch Verschmutzung, Feuchtigkeit oder mechanische Belastung beeinträchtigt werden. Eine jährliche Überprüfung der Einstellung und der mechanischen Funktion ist empfehlenswert, insbesondere wenn der Kompressor häufig im Einsatz ist.

Reinigen Sie das Gehäuse des Druckschalters und die Umgebung regelmäßig von Staub und Öl. Überprüfen Sie die elektrischen Anschlüsse auf Korrosion oder lockere Verbindungen. Wenn Sie feststellen, dass der Druckschalter beginnt, unzuverlässig zu schalten oder die Einstellung nicht mehr stabil hält, ist es oft ratsam, ihn präventiv auszutauschen, bevor es zu Problemen mit dem Kompressor selbst kommt. Dies gilt insbesondere, wenn der Druckschalter bereits älter ist oder deutliche Verschleißerscheinungen zeigt.

Regelmäßige Inspektion bewahrt vor unerwarteten Ausfällen und teuren Reparaturen.

Typische Wartungsarbeiten

Die wichtigsten Wartungsarbeiten am Druckschalter umfassen:

  • Sichtprüfung: Überprüfen Sie auf sichtbare Schäden, Risse oder Korrosion.
  • Funktionsprüfung: Beobachten Sie das Ein- und Ausschaltverhalten des Kompressors, um sicherzustellen, dass es den Einstellungen entspricht.
  • Reinigung: Halten Sie den Bereich um den Druckschalter sauber.
  • Druckprüfung: Überprüfen Sie regelmäßig die eingestellten Drücke mit einem externen Manometer.
  • Entlastungsventil prüfen: Stellen Sie sicher, dass das Entlastungsventil beim Abschalten kurz öffnet, um den Steuerdruck abzubauen.

Wenn Sie Kompressoröl wechseln oder den Ansaugschlauch prüfen/ersetzen, ist dies ebenfalls ein guter Zeitpunkt, um den Druckschalter einer visuellen Inspektion zu unterziehen. Ein gut funktionierendes Entlastungsventil ist dabei ein wichtiger Bestandteil, um die Lebensdauer des Druckschalters und des Motors zu verlängern. Die Überprüfung des Druckluftbehälters auf Korrosion oder Schäden sollte ebenfalls Teil der regelmäßigen Wartung sein, um die allgemeine Sicherheit zu gewährleisten.

Erweiterte Einstellungen und Integration

Moderne Kompressorsysteme können komplexere Steuerungsmechanismen aufweisen, die über einen einfachen mechanischen Druckschalter hinausgehen. So sind beispielsweise digitale Druckschalter oder integrierte Steuerungseinheiten üblich, die nicht nur den Druck regeln, sondern auch Fehlercodes anzeigen, Betriebszeiten protokollieren oder eine feinere Abstimmung von Ein- und Ausschaltdrücken ermöglichen. Das Einstellen solcher Systeme erfordert oft ein tieferes technisches Verständnis und die Nutzung spezifischer Menüs oder Schnittstellen.

Die Integration eines Druckminderers direkt nach dem Druckschalter ist eine gängige Praxis, um eine variable Druckversorgung zu gewährleisten. Der Druckschalter stellt den maximalen Druck für den Kompressor ein, während der Druckminderer den Ausgangsdruck auf den für die jeweilige Anwendung benötigten Wert reduziert. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie mit verschiedenen Druckluftwerkzeugen arbeiten, die unterschiedliche Druckanforderungen haben. Die korrekte Einstellung und Funktion des Druckminderers selbst ist ebenfalls entscheidend für eine präzise Druckluftversorgung.

Digitale Steuerungssysteme bieten mehr Flexibilität, erfordern aber auch spezialisiertes Wissen.

Integration mit Druckminderern

Ein Druckminderer ist ein unverzichtbares Zubehör, um den vom Kompressor gelieferten Druck sicher und präzise auf den benötigten Arbeitsdruck zu reduzieren. Nach dem Einstellen des Druckschalters auf einen maximalen Kesseldruck (z. B. 8 Bar) wird der Druckminderer so eingestellt, dass er einen konstanten Ausgangsdruck liefert (z. B. 4 Bar für ein Farbspritzgerät). Die meisten Druckminderer verfügen über eine eigene Einstellschraube und ein integriertes Manometer, um den Ausgangsdruck abzulesen. Die richtige Reihenfolge ist: Kompressor schaltet bei X Bar ab, Druckminderer liefert Y Bar (wobei Y < X ist).

Beim Einstellen des Druckminderers ist es wichtig, dass der vom Druckschalter vorgegebene Maximaldruck ausreichend hoch ist, um den Druckminderer auch bei maximaler Entnahme noch zuverlässig versorgen zu können. Wenn der Druckminderer nicht den gewünschten Ausgangsdruck halten kann, liegt das Problem oft entweder am zu niedrigen maximalen Kesseldruck (Druckschalter falsch eingestellt) oder am Druckminderer selbst. Regelmäßiges Prüfen und gegebenenfalls Austauschen sowohl des Druckschalters als auch des Druckminderers stellen sicher, dass Ihre Druckluftversorgung stets den Anforderungen entspricht.

Gesetzliche Vorschriften und Normen

Die Sicherheit beim Betrieb von Druckluftanlagen ist von höchster Bedeutung und unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften und Normen. In Europa sind dies vor allem die Druckgeräterichtlinie (DGRL) und die Maschinenrichtlinie, die sicherstellen sollen, dass Druckgeräte und Maschinen sicher konstruiert und betrieben werden. Der Druckschalter spielt hierbei eine zentrale Rolle als Sicherheitseinrichtung, die verhindert, dass der zulässige Betriebsdruck des Kessels überschritten wird.

Hersteller sind verpflichtet, ihre Kompressoren so zu konstruieren, dass sie den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen. Dies beinhaltet die Auslegung des Druckschalters und anderer Sicherheitsventile. Für den Betreiber eines Kompressors ergeben sich daraus Pflichten zur regelmäßigen Prüfung und Wartung dieser Sicherheitseinrichtungen. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist nicht nur eine Frage der Rechtssicherheit, sondern vor allem der Vermeidung von Unfällen, die durch übermäßigen Druck entstehen können.

Gesetzliche Vorschriften dienen dem Schutz von Mensch und Maschine vor Gefahren durch Druckluft.

Normen für Druckluftsysteme

Wichtige Normen für Druckluftsysteme sind unter anderem die EN 857 für Hydraulikschläuche (die oft auch für Druckluftanwendungen relevant sind) und EN 287 für die Prüfung von Schweißern, was indirekt auf die Qualität der Komponenten hinweist. Spezifischer für Druckbehälter sind Normen wie die EN 1993-1-6 (Eurocode 3) für die Bemessung von Stahltragwerken, die auch die Festigkeit von Kesseln berührt. Die EN 13445 (unbemannte Druckbehälter) ist eine weitere maßgebliche Norm für die Auslegung und Konstruktion von Druckbehältern.

Der Druckschalter selbst unterliegt spezifischen Normen für elektrische Sicherheit und Drucküberwachung. Die korrekte Einstellung und Überprüfung des Druckschalters ist daher nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung im Rahmen der regelmäßigen wiederkehrenden Prüfungen von Druckgeräten. Betreiber sollten sich über die spezifischen Anforderungen in ihrem Land und für ihre Branche informieren und sicherstellen, dass alle Wartungsintervalle und Prüfungen eingehalten werden. Ein Kompressor-Druckluftbehälter, der unsicher ist, muss ersetzt werden, um weitere Risiken zu vermeiden. Die Prüfung und der Tausch von Komponenten wie dem Druckschalter oder dem Entlastungsventil fallen unter diese regelmäßigen Wartungspflichten.

Wann ein Austausch des Druckschalters notwendig ist

Ein Druckschalter ist ein mechanisches Bauteil, das im Laufe der Zeit verschleißen kann. Wenn Sie feststellen, dass die Einstellung des Druckschalters nicht mehr stabil ist, d.h. der Ein- oder Ausschaltdruck sich unvorhersehbar verändert oder der Schalter gar nicht mehr reagiert, ist ein Austausch oft die beste Lösung. Dies gilt auch, wenn der Schalter ungewöhnliche Geräusche macht, wie Klappern oder Quietschen, was auf interne mechanische Probleme hindeuten kann.

Darüber hinaus ist ein Austausch zwingend notwendig, wenn der Druckschalter sichtbare Schäden aufweist, wie Risse im Gehäuse oder korrodierte Kontakte, die eine sichere Funktion beeinträchtigen. Auch wenn der Kompressor trotz korrekter Einstellung des Druckschalters ständig über den maximal zulässigen Betriebsdruck hinaus läuft, deutet dies auf ein Versagen der Sicherheitseinrichtung hin, und der Schalter muss sofort ersetzt werden. Prüfen Sie auch das Entlastungsventil; wenn dieses defekt ist, kann dies die Funktion des Druckschalters beeinträchtigen.

Ein defekter Druckschalter ist ein Sicherheitsrisiko und muss umgehend ersetzt werden.

Anzeichen für einen defekten Druckschalter

Folgende Anzeichen deuten auf einen notwendigen Austausch des Druckschalters hin:

  • Unzuverlässiges Ein- und Ausschaltverhalten.
  • Der Kompressor schaltet nicht ab oder läuft ständig.
  • Der Druck im Kessel wird nicht erreicht oder überschritten.
  • Die Einstellschrauben haben keine Wirkung mehr.
  • Sichtbare Beschädigungen oder starke Korrosion.
  • Ungewöhnliche Geräusche während des Betriebs.

Wenn Sie unsicher sind, ob der Druckschalter das Problem verursacht oder ob andere Komponenten wie der Motor, der Ansaugschlauch oder der Druckluftbehälter betroffen sind, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine fehlerhafte Einstellung oder ein defekter Druckschalter kann die Lebensdauer anderer Komponenten, wie z. B. des Motors, erheblich verkürzen. Ein Austausch des Druckschalters ist in der Regel ein unkomplizierter Vorgang, bei dem das alte Gerät abgeklemmt und das neue angeschlossen wird, wobei die korrekte Verkabelung und die Dichtheit der Anschlüsse zu gewährleisten sind.