Grundlagen: Warum die Auslösung des Klickmechanismus zählt
Die präzise Anwendung von Anzugsmomenten ist in zahlreichen technischen Disziplinen unerlässlich, von der Automobilreparatur bis zur Luftfahrttechnik. Ein Drehmomentschlüssel mit Klickmechanismus ist hierbei das Werkzeug der Wahl, um sicherzustellen, dass Schraubverbindungen exakt die vom Hersteller vorgegebenen Werte erreichen. Die Zuverlässigkeit dieses Werkzeugs hängt maßgeblich von der exakten Funktion seines Auslösemechanismus ab. Eine fehlerhafte Auslösung kann zu Unter- oder Überdrehmomenten führen, mit potenziell schwerwiegenden Folgen wie Materialermüdung, Bauteilversagen oder unsicheren Verbindungen. Die regelmäßige Prüfung und gegebenenfalls Kalibrierung des Klickmechanismus ist daher kein optionaler Schritt, sondern eine fundamentale Notwendigkeit für Anwender, die Wert auf Präzision und Sicherheit legen.
- Präzision bei Schraubverbindungen ist essenziell für Sicherheit und Langlebigkeit.
- Der Klickmechanismus ist das Herzstück des Drehmomentschlüssels für exakte Momente.
- Fehlerhafte Auslösung gefährdet Bauteile und Sicherheit.
- Regelmäßige Prüfung und Wartung sind unerlässlich.
Der Klickmechanismus eines Drehmomentschlüssels ist ein feinmechanisches System, das darauf ausgelegt ist, ein klares akustisches und taktiles Signal zu geben, sobald das voreingestellte Drehmoment erreicht ist. Dieses Signal ist entscheidend, um ein Überdrehen zu verhindern. Die Technologie dahinter basiert oft auf einer vorgespannten Feder, die bei Erreichen des Zieldrehmoments eine Rastung überwindet und einen spürbaren und hörbaren Impuls auslöst. Die Genauigkeit dieses Impulses bestimmt die gesamte Verlässlichkeit des Werkzeugs. Ohne eine solche Verifikationsinstanz wäre der Einsatz eines Drehmomentschlüssels im Grunde nur eine Schätzung, die den Anforderungen moderner technischer Standards nicht genügt. Die Prüfung des Klickmechanismus dient dazu, die Integrität dieses kritischen Elements sicherzustellen und somit die Grundlage für alle weiteren Anwendungen zu schaffen.
Funktionsweise des Klickmechanismus
Im Kern basiert der Klickmechanismus auf dem Prinzip einer voreingestellten Kraft, die auf ein Auslöseelement wirkt. Wenn das Werkzeug beim Anziehen einer Schraube den voreingestellten Drehmomentwert erreicht, wird eine interne Feder gespannt. Sobald die Spannung der Feder das voreingestellte Moment überschreitet, gibt sie schlagartig nach. Diese plötzliche Bewegung erzeugt den charakteristischen Klick, der oft von einer leichten Vibration begleitet wird. Dieser Auslöseimpuls ist kurz und prägnant, damit er nicht übersehen wird. Die mechanische Konstruktion muss so konzipiert sein, dass dieser Auslöser konsistent und reproduzierbar bei jedem Erreichen des eingestellten Moments erfolgt. Die Präzision der Auslösung hängt von vielen Faktoren ab, darunter die Qualität der verwendeten Materialien, die Fertigungsgenauigkeit der Einzelteile und die korrekte Einstellung der Vorspannung der Feder.
Wichtigkeit der korrekten Auslöseschwelle
Die Auslöseschwelle ist der Momentenwert, bei dem der Mechanismus auslöst. Eine korrekte Auslöseschwelle ist das A und O für die Funktion eines Drehmomentschlüssels. Wenn der Mechanismus zu früh auslöst, liegt das tatsächlich angezogene Moment unter dem eingestellten Wert. Dies kann bei kritischen Verbindungen, wie etwa Radschrauben eines Fahrzeugs, dazu führen, dass sich die Schrauben lösen und das Rad gefährlich wird. Löst der Mechanismus zu spät aus, wird die Schraube überdreht. Dies kann Gewinde beschädigen, Bauteile verziehen oder, im schlimmsten Fall, die Schraube abreißen lassen. Die Genauigkeit, mit der der Mechanismus die eingestellte Schwelle hält, wird oft als Toleranzbereich angegeben, beispielsweise ± 4 %. Eine Überprüfung stellt sicher, dass dieser Toleranzbereich eingehalten wird und das Werkzeug verlässlich arbeitet.
Vorbereitung zur Prüfung: Was Sie benötigen
Bevor Sie mit der eigentlichen Prüfung des Klickmechanismus Ihres Drehmomentschlüssels beginnen, ist eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Diese gewährleistet nicht nur die Sicherheit des Vorgangs, sondern auch die Aussagekraft der Ergebnisse. Ein zentraler Aspekt ist die Verfügbarkeit eines Referenzwerkzeugs oder einer geeigneten Prüfanordnung. Ohne eine Möglichkeit, das vom Drehmomentschlüssel angezeigte oder durch seinen Klick signalisierte Moment zu verifizieren, bleibt jede Prüfung im Grunde eine reine subjektive Einschätzung. Stellen Sie sicher, dass Ihr Drehmomentschlüssel sauber und frei von groben Verunreinigungen ist. Insbesondere der Antriebsvierkant und die Mechanik des Auslöseindikators sollten zugänglich und frei von Hindernissen sein. Eine gut beleuchtete Arbeitsfläche erleichtert die Beobachtung des Auslöseindikators und die Ablesung von Skalen.
Benötigtes Werkzeug und Hilfsmittel
Für eine fundierte Prüfung sind neben dem zu prüfenden Drehmomentschlüssel selbst einige weitere Utensilien vonnöten. Idealerweise verfügen Sie über ein zweites, nachweislich korrekt kalibriertes Drehmomentschlüssel-Prüfgerät oder eine Prüfbank. Diese Geräte messen das angewendete Drehmoment direkt und präzise. Alternativ kann, für eine weniger exakte, aber dennoch aussagekräftige Prüfung, ein weiterer, als zuverlässig bekannter Drehmomentschlüssel desselben oder eines höheren Qualitätsstandards verwendet werden. Eine stabile Schraubstock oder eine Vorrichtung, die es erlaubt, den Drehmomentschlüssel sicher und ohne Verdrehen im Winkel zu fixieren, ist ebenfalls von Vorteil. Dies verhindert, dass externe Kräfte das Messergebnis verfälschen. Ein weiches Tuch zur Reinigung und gegebenenfalls ein mildes Schmiermittel für die Gelenke oder den Antriebsvierkant runden die Ausrüstung ab. Achten Sie darauf, keine aggressiven Reinigungsmittel zu verwenden, die die Oberflächen oder die Mechanik beschädigen könnten.
Stellen Sie sicher, dass alle zu prüfenden Drehmomentschlüssel auf den niedrigsten Messbereich eingestellt sind, bevor Sie mit der Prüfung beginnen, um einen möglichen Schaden durch versehentliche Überlastung zu vermeiden.
Umgebungsbedingungen für die Prüfung
Die Umgebungsbedingungen spielen eine subtile, aber relevante Rolle für die Zuverlässigkeit von Präzisionsmessungen. Temperaturen, die signifikant von der Norm abweichen, können die Eigenschaften von Metallen und Federn beeinflussen und somit auch die Auslösecharakteristik eines Drehmomentschlüssels verändern. Führen Sie die Prüfung daher idealerweise bei Raumtemperatur durch, etwa zwischen 18°C und 25°C. Extreme Kälte kann Metalle schrumpfen lassen und die Reibung erhöhen, während hohe Temperaturen zu Ausdehnungen und potenziellen thermischen Einflüssen auf die Federkräfte führen können. Auch Feuchtigkeit kann langfristig Korrosion begünstigen, obwohl sie bei einer einmaligen Prüfung meist weniger kritisch ist. Achten Sie außerdem auf eine ruhige Umgebung, in der Sie den akustischen Klick klar wahrnehmen können. Lärm kann dazu führen, dass Sie das Auslösesignal überhören oder falsch interpretieren. Eine gleichbleibende Umgebungsatmosphäre während der gesamten Prüfung ist empfehlenswert, um variable Einflüsse auf das Messergebnis zu minimieren.
Einstellung des Drehmomentschlüssels für die Prüfung
Die korrekte Einstellung des Drehmomentschlüssels vor der Prüfung ist fundamental. Die meisten Klick-Drehmomentschlüssel werden mit einer Skala am Griff oder einem digitalen Display zur Einstellung des gewünschten Drehmoments versehen. Stellen Sie das Werkzeug zunächst auf den niedrigsten Messbereich ein, den es abdeckt. Dies ist wichtig, um sicherzustellen, dass der Mechanismus auch bei geringen Kräften korrekt auslöst und um die Elastizität der Feder nicht unnötig zu beanspruchen. Anschließend empfiehlt es sich, Prüfungen in verschiedenen Bereichen durchzuführen: am unteren Ende des Skalenbereichs, im mittleren Bereich und am oberen Ende. Für eine umfassendere Prüfung können Sie auch Zwischenwerte wählen. Beachten Sie bei Modellen mit analoger Skala, wie Sie die Skala korrekt ablesen, und bei digitalen Modellen, dass die Batterie ausreichend geladen ist, um eine konstante Leistung zu gewährleisten. Beim Einstellen sollten Sie die Skala immer von der niedrigsten bis zur höchsten Stufe drehen, um sicherzustellen, dass die Feder komplett entspannt und danach korrekt vorgespannt wird. Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen beim Einstellen.
Schritt-für-Schritt: Prüfung des Klickmechanismus
Die Prüfung des Klickmechanismus eines Drehmomentschlüssels erfordert einen systematischen Ansatz, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Dieser Prozess involviert das Anlegen steigender Drehmomente und das präzise Beobachten und Hören des Auslösesignals. Es ist wichtig, jeden Schritt mit Bedacht auszuführen, um sowohl das Werkzeug als auch den Prüfer nicht zu gefährden. Die Prüfung sollte idealerweise mit einer visuellen Inspektion beginnen, gefolgt von einer funktionalen Überprüfung bei verschiedenen Drehmomentwerten. Die Fähigkeit, das voreingestellte Moment zuverlässig zu erreichen und dies durch einen klaren Klick zu signalisieren, ist das primäre Kriterium für die Funktionsfähigkeit. Bei digitalen Modellen tritt anstelle des akustischen Klicks oft ein optisches oder haptisches Signal.
Visuelle Inspektion und Grundfunktionstest
Beginnen Sie mit einer gründlichen visuellen Inspektion. Überprüfen Sie das Gehäuse auf Risse, Dellen oder starke Abnutzungsspuren, die auf einen Sturz oder unsachgemäße Handhabung hindeuten könnten. Untersuchen Sie den Antriebsvierkant auf Beschädigungen, Verformungen oder Anzeichen von Korrosion. Prüfen Sie die Skala oder das digitale Display auf Lesbarkeit und Beschädigungen. Bei analogen Modellen stellen Sie sicher, dass sich die Zeiger frei bewegen lassen und nicht klemmen. Anschließend führen Sie einen Grundfunktionstest durch, ohne Werkzeug aufzusetzen. Stellen Sie das Werkzeug auf einen niedrigen Wert ein und betätigen Sie den Griff. Sie sollten einen leichten Widerstand spüren, der sich beim Drehen des Einstellungselements verändert. Dies bestätigt, dass die Verstelleinheit mechanisch funktioniert. Bei digitalen Geräten prüfen Sie, ob sich das Display einschalten lässt und die Tasten reagieren. Die Batterie sollte stets ausreichend geladen sein, um eine stabile Leistung zu gewährleisten.
Prüfung bei niedrigen Drehmomenten
Beginnen Sie die dynamische Prüfung mit dem niedrigsten einstellbaren Drehmomentwert. Setzen Sie eine passende Nuss oder ein Verlängerungsstück auf den Antriebsvierkant, falls für die Prüfanordnung erforderlich. Verbinden Sie dies mit einem festen, nicht nachgiebigen Gegenstück, das Sie sicher fixieren können. Nun wenden Sie langsam und gleichmäßig Kraft auf den Griff des Drehmomentschlüssels an. Die Kraft sollte in Verlängerung der Achse des Werkzeugs ausgeübt werden, um eine Verdrehung des Handgelenks zu vermeiden. Achten Sie genau auf das akustische oder haptische Signal. Wenn der Mechanismus korrekt funktioniert, sollte er bei Erreichen des eingestellten Moments einen deutlichen Klick auslösen. Bei digitalen Modellen wird zusätzlich ein visuelles Signal oder eine Vibration erfolgen. Wenn kein Klick ertönt, der Klick schwach ist, oder das Signal erst deutlich nach Erreichen des eingestellten Moments erfolgt, deutet dies auf eine Fehlfunktion hin.
Prüfung bei mittleren und hohen Drehmomenten
Wiederholen Sie den Prüfvorgang für verschiedene Drehmomentwerte, die den mittleren und oberen Bereich des Messbereichs Ihres Drehmomentschlüssels abdecken. Es ist ratsam, mindestens drei bis vier unterschiedliche Werte im gesamten Spektrum zu testen. Stellen Sie das Werkzeug auf einen höheren Wert ein und wiederholen Sie die Anwendung der Kraft wie zuvor beschrieben. Achten Sie auch hier auf die Konsistenz des Klickmechanismus. Der Klick sollte bei jedem Prüfwert klar und deutlich ertönen. Vergleichen Sie die gefühlte Kraft mit dem Zeitpunkt des Klicks. Wenn Sie bei höheren Momenten das Gefühl haben, dass Sie viel mehr Kraft aufwenden müssen, als der Klick andeutet, oder wenn der Klick sich 'schwammig' anfühlt, kann dies auf eine nachlassende Federkraft oder Probleme im Auslösemechanismus hindeuten. Die Abweichung zwischen dem eingestellten und dem tatsächlich erreichten Moment sollte innerhalb der vom Hersteller angegebenen Toleranz liegen.
Dokumentation der Ergebnisse
Eine sorgfältige Dokumentation der Ergebnisse ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Prüfprozedur, insbesondere wenn es um Präzisionswerkzeuge geht. Notieren Sie sich für jeden geprüften Drehmomentwert das eingestellte Moment, das tatsächlich angewendete Moment (falls mit einem Prüfgerät gemessen) und die Art des Auslösesignals (klar, schwach, verzögert, fehlend). Vermerken Sie auch alle Auffälligkeiten, wie ungewöhnliche Geräusche, ein 'schwammiges' Gefühl beim Auslösen oder sichtbare Abnutzungsspuren. Wenn Sie ein zweites Werkzeug oder eine Prüfbank verwendet haben, notieren Sie deren Ergebnisse als Referenz. Diese Dokumentation dient nicht nur der Nachvollziehbarkeit, sondern ist auch unerlässlich, wenn das Werkzeug zur Kalibrierung eingesendet oder repariert werden muss. Sie liefert dem Fachmann wichtige Anhaltspunkte für die Ursache möglicher Probleme. Bewahren Sie diese Aufzeichnungen an einem sicheren Ort auf.
Verifizierung: Erkennen einer korrekten Auslösung
Nachdem Sie die Prüfschritte durchgeführt haben, ist die korrekte Interpretation der gesammelten Daten entscheidend. Die Verifizierung der Auslösung des Klickmechanismus basiert auf einer Kombination aus akustischer Wahrnehmung, taktilem Gefühl und, idealerweise, messtechnischer Überprüfung. Ein Drehmomentschlüssel, dessen Klickmechanismus einwandfrei funktioniert, liefert ein konsistentes und eindeutiges Signal bei jedem Erreichen des eingestellten Drehmoments. Es ist die Gesamtheit dieser Indikatoren, die eine Aussage über die Zuverlässigkeit des Werkzeugs zulässt. Eine erfolgreiche Verifizierung bedeutet, dass das Werkzeug die notwendige Präzision für seine vorgesehene Anwendung beibehält und somit weiterhin vertrauenswürdig eingesetzt werden kann.
Akustische und taktile Indikatoren
Der charakteristische 'Klick' ist das primäre akustische Signal eines funktionierenden Drehmomentschlüssels. Dieser Klick sollte scharf, deutlich und kurz sein. Er darf nicht dumpf, schleifend oder verzögert klingen. Parallel zum akustischen Signal tritt oft ein taktiles Feedback auf – eine spürbare Vibration oder ein leichter Stoß, der durch die Hand des Benutzers wahrgenommen wird. Dieses taktile Signal ist ebenso wichtig wie das akustische, da es auch in lauten Umgebungen die Erkennung des erreichten Moments ermöglicht. Wenn der Klick schwach ist, kaum hörbar oder nur nach einem deutlichen Nachlassen der aufgewendeten Kraft erfolgt, ist dies ein starkes Indiz für eine Fehlfunktion. Ebenso, wenn das taktile Signal fehlt oder sich 'schwammig' anfühlt, was auf eine verminderte Kraftübertragung oder eine abgenutzte Feder hindeutet.
Abgleich mit dem Prüfgerät oder Referenzwerkzeug
Der entscheidende Schritt zur objektiven Verifizierung ist der Abgleich der Auslöseindikation mit den Messwerten eines Kalibriergeräts oder eines vertrauenswürdigen Referenzdrehmomentschlüssels. Wenn Sie ein Prüfgerät verwenden, notieren Sie den exakten Drehmomentwert, bei dem der Klickmechanismus Ihres Werkzeugs auslöst, und vergleichen Sie diesen mit der Anzeige des Prüfgeräts. Die Differenz sollte innerhalb der vom Hersteller spezifizierten Toleranz liegen, meist im Bereich von ± 4 % des eingestellten Wertes. Bei Verwendung eines zweiten Drehmomentschlüssels als Referenz stellen Sie beide Werkzeuge auf denselben Wert ein und führen die Prüfung nacheinander durch. Die Auslösezeitpunkte und die gefühlte Kraft sollten dabei sehr ähnlich sein. Wenn signifikante Abweichungen auftreten, ist dies ein klares Zeichen dafür, dass die Kalibrierung des Werkzeugs nicht mehr korrekt ist.
Eine konsistente Auslösung über verschiedene Drehmomentbereiche hinweg ist ein starker Indikator für die Zuverlässigkeit des Drehmomentschlüssels.
Interpretation der Prüfergebnisse
Die Interpretation der Prüfergebnisse sollte stets im Kontext der Herstellerangaben und der spezifischen Anforderungen Ihrer Anwendung erfolgen. Ein Drehmomentschlüssel gilt als einwandfrei, wenn der Klickmechanismus bei allen getesteten Drehmomenten klar und konsistent auslöst und die gemessenen Werte (falls vorhanden) innerhalb der zulässigen Toleranzen liegen. Wenn die Auslösung unzuverlässig ist, zu früh oder zu spät erfolgt oder das taktile/akustische Signal schwach ist, muss das Werkzeug als fehlerhaft eingestuft werden. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Werkzeug unbrauchbar ist, aber es ist definitiv nicht mehr für präzise Arbeiten geeignet. In solchen Fällen sind weitere Schritte wie eine professionelle Kalibrierung oder Reparatur erforderlich. Ignorieren Sie niemals Anzeichen einer Fehlfunktion, da dies die Integrität Ihrer Arbeit gefährden kann.
Fehlerbehebung: Häufige Probleme und Lösungen
Auch bei sorgfältiger Handhabung kann es vorkommen, dass der Klickmechanismus eines Drehmomentschlüssels nicht mehr einwandfrei funktioniert. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und reichen von einfachen Einstellungsproblemen bis hin zu internen mechanischen Defekten. Eine systematische Fehlerbehebung hilft dabei, die Ursache zu identifizieren und, wenn möglich, zu beheben. Bei vielen Problemen mit dem Klickmechanismus handelt es sich nicht um einen irreparablen Defekt, sondern um Anzeichen, dass das Werkzeug eine Wartung oder eine professionelle Überprüfung benötigt. Es ist wichtig, die Grenzen der eigenen Diagnose- und Reparaturfähigkeiten zu kennen, um nicht mehr Schaden anzurichten.
Kein Klick oder schwacher Klick
Wenn Ihr Drehmomentschlüssel keinen hörbaren oder nur einen sehr schwachen Klick von sich gibt, kann dies mehrere Ursachen haben. Eine der häufigsten ist eine zu geringe eingestellte Federkraft, was bedeutet, dass das eingestellte Drehmoment zu niedrig ist. Stellen Sie sicher, dass das Werkzeug auf einen Wert eingestellt ist, bei dem es auch tatsächlich auslösen sollte. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Mechanismus durch Schmutz, Staub oder Ablagerungen blockiert ist. Eine Reinigung des Antriebsvierkants und der äußeren Mechanik kann hier Abhilfe schaffen. Wenn das Problem weiterhin besteht, könnte die interne Feder ihre Spannung verloren haben oder der Auslösemechanismus selbst ist verschlissen oder beschädigt. In diesem Fall ist eine Demontage und Reparatur durch einen Fachmann oft unumgänglich. Bei digitalen Modellen kann auch eine schwache Batterie oder ein interner Elektronikfehler die Ursache sein.
Lagern Sie Ihren Drehmomentschlüssel stets auf dem niedrigsten Drehmomentwert, um die Feder zu entlasten und ihre Lebensdauer zu verlängern. Dies beugt einer vorzeitigen Ermüdung vor.
Klick ertönt zu spät oder zu früh
Eine Auslösung, die signifikant vom eingestellten Wert abweicht – sei es zu früh oder zu spät – deutet auf eine Kalibrierungsabweichung oder einen mechanischen Fehler hin. Wenn der Klick zu früh erfolgt, bedeutet dies, dass das Werkzeug weniger Drehmoment anzeigt, als tatsächlich angewendet wird. Dies ist besonders gefährlich, da es zu Unterdrehmomenten führen kann. Löst der Klick zu spät aus, wird das eingestellte Drehmoment überschritten, was zu Überdrehmomenten und potenziellen Schäden führt. Ursachen können eine verhärtete oder verschmutzte Feder sein, verschlissene interne Komponenten des Auslösemechanismus oder eine fehlerhafte Skalierung. Eine einfache Einstellung reicht hier oft nicht aus; das Werkzeug muss neu kalibriert werden. Wenn die Kalibrierung nicht möglich ist oder das Problem nach einer Kalibrierung wieder auftritt, ist ein Austausch des Drehmomentschlüssels oder eine professionelle Reparatur anzuraten.
Geräusche oder Schwergängigkeit des Mechanismus
Ungewöhnliche Geräusche während der Betätigung, wie Schleifen, Knirschen oder ein 'ruckartiges' Ansprechen des Mechanismus, sind ebenfalls Warnsignale. Diese deuten oft auf Verschleiß, fehlende Schmierung oder das Vorhandensein von Fremdkörpern innerhalb des Mechanismus hin. Eine erste Maßnahme kann die vorsichtige Reinigung des Werkzeugs sein, insbesondere des Antriebsvierkants und der Verstellmechanik. Bei manchen Modellen ist eine leichte Schmierung des Einstellmechanismus vorgesehen, um die Leichtgängigkeit zu gewährleisten. Konsultieren Sie hierzu die Bedienungsanleitung Ihres spezifischen Drehmomentschlüssels. Wenn die Geräusche oder die Schwergängigkeit trotz Reinigung und eventueller Schmierung bestehen bleiben, deutet dies auf tiefer liegende mechanische Probleme hin. In solchen Fällen ist es ratsam, das Werkzeug nicht weiter zu verwenden und eine Überprüfung durch einen Experten in Erwägung zu ziehen.
Die Integrität des Klickmechanismus ist direkt mit der Zuverlässigkeit und Sicherheit Ihrer Arbeit verbunden.
Wartung und Pflege für langfristige Präzision
Die Lebensdauer und die Genauigkeit eines Drehmomentschlüssels mit Klickmechanismus hängen maßgeblich von seiner regelmäßigen Wartung und richtigen Pflege ab. Ein Werkzeug, das gut gepflegt wird, behält seine Präzision über einen längeren Zeitraum bei und erfordert seltener eine aufwendige Kalibrierung. Die richtige Lagerung, Reinigung und die Vermeidung von Missbrauch sind hierbei die wichtigsten Säulen. Durch einfache, aber konsequente Pflegemaßnahmen stellen Sie sicher, dass Ihr Drehmomentschlüssel auch nach Jahren des Gebrauchs zuverlässige Ergebnisse liefert und Sie sich auf seine Funktion verlassen können. Dies spart auf lange Sicht Kosten und vermeidet potenzielle Schäden an Bauteilen durch ungenaue Anzugsmomente.
Korrekte Lagerung des Werkzeugs
Die Lagerung ist einer der kritischsten Faktoren für die Erhaltung der Präzision eines Drehmomentschlüssels. Die meisten Hersteller empfehlen, das Werkzeug nach Gebrauch immer auf den niedrigsten Drehmomentwert der Skala einzustellen. Dies entlastet die interne Feder und verhindert, dass sie mit der Zeit ihre Vorspannung verliert oder ermüdet. Eine ermüdete Feder ist eine der Hauptursachen für eine fehlerhafte Auslösung und ungenaue Messwerte. Lagern Sie den Drehmomentschlüssel idealerweise in seinem Originalkoffer oder einer dafür vorgesehenen Aufbewahrungsbox. Dies schützt ihn vor Staub, Schmutz, Feuchtigkeit und mechanischen Beschädigungen. Vermeiden Sie es, den Drehmomentschlüssel lose in einem Werkzeugkasten zu lagern, wo er anderen Werkzeugen ausgesetzt ist und beschädigt werden kann. Ein kühler, trockener und sauberer Lagerort ist optimal.
Regelmäßige Reinigung
Halten Sie Ihren Drehmomentschlüssel stets sauber. Nach jedem Gebrauch sollten Sie groben Schmutz, Öl oder Fett vom Gehäuse und insbesondere vom Antriebsvierkant entfernen. Verwenden Sie hierfür ein weiches, fusselfreies Tuch. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen können Sie das Tuch leicht mit einem milden Reinigungsmittel anfeuchten, aber vermeiden Sie aggressive Lösungsmittel, die das Material angreifen oder die Markierungen auf der Skala entfernen könnten. Achten Sie darauf, dass keine Flüssigkeit in das Innere des Mechanismus eindringt. Der Antriebsvierkant sollte immer frei von Spänen oder Ablagerungen sein, um einen sicheren Sitz der Nuss zu gewährleisten und eine korrekte Kraftübertragung zu ermöglichen. Eine regelmäßige Reinigung verhindert, dass sich Schmutzpartikel im Klickmechanismus festsetzen und dessen Funktion beeinträchtigen.
Vermeidung von Missbrauch
Drehmomentschlüssel sind Präzisionswerkzeuge und nicht für allgemeine Schraubarbeiten konzipiert. Ein häufiger Fehler ist die Verwendung als Brechstange, Schlagschrauber oder als Verlängerung für mehr Hebelkraft. Der Klickmechanismus ist nicht dafür ausgelegt, die hohen Kräfte zu absorbieren, die bei solchen Anwendungen auftreten. Dies kann zu einer sofortigen Beschädigung des Mechanismus führen und die Kalibrierung unwiederbringlich zerstören. Verwenden Sie den Drehmomentschlüssel ausschließlich für das Anziehen von Schrauben auf ein voreingestelltes Drehmoment. Benutzen Sie immer passende Nüsse, die auf den Antriebsvierkant passen, und stellen Sie sicher, dass diese korrekt aufsitzen. Vermeiden Sie auch das Anziehen von Schrauben, die festsitzen oder stark korrodiert sind, mit dem Drehmomentschlüssel. Verwenden Sie hierfür zunächst einen normalen Ratschenschlüssel.
Wann ein Drehmomentschlüssel neu kalibriert werden muss
Die Kalibrierung ist der Prozess, bei dem die Genauigkeit eines Drehmomentschlüssels überprüft und bei Bedarf neu eingestellt wird. Die Notwendigkeit einer Kalibrierung ergibt sich aus verschiedenen Faktoren: Erstens, nach einer bestimmten Nutzungsdauer oder Zeitspanne (Hersteller geben oft Empfehlungen wie jährlich oder nach einer bestimmten Anzahl von Zyklen). Zweitens, nach einem Sturz oder Stoß, der den Mechanismus beschädigt haben könnte. Drittens, wenn die Prüfergebnisse zeigen, dass das Werkzeug außerhalb der zulässigen Toleranzen liegt. Viertens, wenn das Werkzeug über einen längeren Zeitraum falsch gelagert wurde (z. B. auf einem hohen Drehmomentwert). Ein Drehmomentschlüssel, dessen Kalibrierung abgelaufen ist oder dessen Genauigkeit fraglich ist, sollte nicht mehr für kritische Anwendungen verwendet werden. Die Kalibrierung stellt sicher, dass das Werkzeug seine Funktion gemäß den Spezifikationen erfüllt.
Kalibrierung: Der Weg zur Wiederherstellung der Präzision
Wenn die Prüfung Ihres Drehmomentschlüssels ergeben hat, dass der Klickmechanismus nicht mehr die erforderliche Präzision liefert, ist eine Kalibrierung unerlässlich. Dieser Prozess stellt sicher, dass das Werkzeug wieder exakt die eingestellten Drehmomente signalisiert und somit für präzise Arbeiten vertrauenswürdig ist. Eine Kalibrierung ist mehr als nur eine einfache Einstellung; sie ist eine Überprüfung und Justierung durch qualifiziertes Personal oder spezielle Geräte, um die Genauigkeit gemäß den geltenden Normen wiederherzustellen. Das Ignorieren einer abgelaufenen oder fehlerhaften Kalibrierung kann gravierende Folgen haben, von beschädigten Bauteilen bis hin zu Sicherheitsrisiken.
Der Unterschied zwischen Prüfung und Kalibrierung
Es ist wichtig, zwischen der Prüfung (wie in den vorherigen Abschnitten beschrieben) und der Kalibrierung zu unterscheiden. Die Prüfung ist eine Anwenderfunktion, die dazu dient, die Funktionsfähigkeit und die ungefähre Genauigkeit des Werkzeugs im eigenen Betrieb festzustellen. Sie ist eine Selbstkontrolle. Die Kalibrierung hingegen ist ein formalisierter Prozess, der von spezialisierten Laboren oder autorisierten Servicecentern durchgeführt wird. Dabei wird das Werkzeug unter kontrollierten Bedingungen mit präzisen Messgeräten überprüft. Die Ergebnisse werden dokumentiert und mit nationalen oder internationalen Standards verglichen. Wenn Abweichungen festgestellt werden, werden die internen Komponenten des Drehmomentschlüssels justiert, um die geforderte Genauigkeit wiederherzustellen. Eine erfolgreich durchgeführte Kalibrierung wird oft durch ein Kalibrierzertifikat bestätigt.
Wann und wo eine Kalibrierung durchführen lassen?
Die Entscheidung, eine Kalibrierung durchführen zu lassen, sollte auf mehreren Faktoren basieren. Wenn Ihr Drehmomentschlüssel regelmäßig und intensiv genutzt wird, ist eine jährliche Kalibrierung ratsam, unabhängig von den Ergebnissen eigener Prüfungen. Ebenso nach einem Sturz, einer Überlastung oder wenn die eigenen Prüfungen deutliche Abweichungen ergeben. Auch wenn das Werkzeug längere Zeit nicht benutzt wurde und nun wieder für kritische Anwendungen eingesetzt werden soll, ist eine Kalibrierung empfehlenswert. Autorisierten Servicepartner des Herstellers, spezialisierte Werkzeugkalibrierungsdienste oder metrologische Institute sind die richtigen Anlaufstellen für eine professionelle Kalibrierung. Informieren Sie sich im Vorfeld über die angebotenen Dienstleistungen und die Qualifikationen des Anbieters. Ein seriöser Anbieter wird Ihnen ein Kalibrierzertifikat ausstellen.
Die Kalibrierung ist kein optionaler Service, sondern eine notwendige Maßnahme zur Sicherstellung der Messgenauigkeit.
Was passiert bei einer Kalibrierung?
Während des Kalibrierungsprozesses wird der Drehmomentschlüssel typischerweise auf einer Prüfbank oder mit einem elektronischen Prüfgerät getestet. Dabei wird das Werkzeug an verschiedenen Punkten seines Messbereichs belastet. Die aufgebrachte Kraft wird präzise gemessen und mit dem vom Drehmomentschlüssel angezeigten oder signalisierten Wert verglichen. Bei mechanischen Klick-Drehmomentschlüsseln wird die Einstellung der internen Feder präzise nachjustiert, um die Abweichungen zu minimieren. Bei digitalen Modellen kann die Kalibrierung elektronisch erfolgen oder auch mechanische Anpassungen an Sensoren oder Federelementen beinhalten. Nach der Justierung wird der Prüfprozess wiederholt, um zu bestätigen, dass die erforderlichen Toleranzen nun eingehalten werden. Alle Messergebnisse und vorgenommenen Anpassungen werden in der Regel auf dem Kalibrierzertifikat dokumentiert.
Kosten und Dauer einer Kalibrierung
Die Kosten für eine Kalibrierung variieren je nach Hersteller, Typ des Drehmomentschlüssels (mechanisch vs. digital) und dem Umfang der Dienstleistung. Für einfache mechanische Drehmomentschlüssel können die Kosten im Bereich von einigen zehn Euro liegen, während digitale oder besonders präzise Modelle entsprechend teurer sind. Die Dauer einer Kalibrierung hängt von der Auslastung des Dienstleisters ab. Oftmals kann die Kalibrierung innerhalb weniger Tage bis zu einer Woche erfolgen. Einige Anbieter bieten auch Express-Kalibrierungen gegen Aufpreis an. Es lohnt sich, im Vorfeld Angebote einzuholen und die Kosten im Verhältnis zum Neupreis des Werkzeugs zu betrachten. Bei sehr alten oder stark beanspruchten Werkzeugen kann es wirtschaftlicher sein, über eine Neuanschaffung nachzudenken, anstatt eine teure Reparatur oder Kalibrierung durchzuführen.
Fortgeschrittene Aspekte: Drehmomentschlüssel zum Lösen
Obwohl der Fokus primär auf dem Anziehen von Schraubverbindungen mit präzisen Momenten liegt, ist es relevant, auch die Funktion des Drehmomentschlüssels beim Lösen von Schrauben zu betrachten. Viele Anwender neigen dazu, einen Drehmomentschlüssel auch zum Lösen von Schrauben zu verwenden, was jedoch spezifische Überlegungen erfordert. Die Mechanik, die für das Auslösen eines Moments beim Anziehen entwickelt wurde, ist nicht unbedingt für das Lösen unter hohen Kräften optimiert. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um das Werkzeug nicht zu beschädigen und seine Genauigkeit langfristig zu erhalten. Insbesondere die Frage, ob und wie der Klickmechanismus beim Lösen agiert, ist hierbei zentral.
Eignung zum Lösen von Schrauben
Die meisten Klick-Drehmomentschlüssel sind primär für das Anziehen (Linksanzug) konzipiert. Das Anziehen erfolgt im Uhrzeigersinn, und der Klickmechanismus löst aus, wenn das eingestellte Drehmoment erreicht ist. Zum Lösen von Schrauben (im Uhrzeigersinn, also gegen die normale Anziehrichtung des Klickmechanismus) ist die Verwendung eines Drehmomentschlüssels oft nur bedingt ratsam. Wenn der Drehmomentschlüssel für Linksanzug ausgelegt ist, kann er beim Lösen im Uhrzeigersinn grundsätzlich funktionieren, solange das aufzubringende Drehmoment im Bereich des Werkzeugs liegt. Problematischer wird es, wenn ein Drehmomentschlüssel, der für Rechtsanzug konzipiert ist, zum Lösen verwendet wird. Der interne Mechanismus kann durch die entgegengesetzte Kraft und potenziell höhere Lösemomente beschädigt werden. Die Auslösung des Klickmechanismus ist beim Lösen oft nicht das primäre Ziel; es geht eher darum, das benötigte Drehmoment sicher aufzubringen, ohne das Werkzeug zu beschädigen.
Auswirkungen auf den Klickmechanismus beim Lösen
Das wiederholte und unsachgemäße Lösen von Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel, insbesondere wenn dies über das vorgesehene Drehmoment hinausgeht, kann den Klickmechanismus stark beanspruchen. Die Federn und Rastungen, die für ein präzises Anziehen optimiert sind, können durch die hohen Kräfte beim Lösen überdehnt, abgenutzt oder beschädigt werden. Dies kann dazu führen, dass der Mechanismus beim nächsten Anziehen zu früh oder unzuverlässig auslöst. Wenn Ihr Drehmomentschlüssel explizit für Rechts- und Linkshänder-Anwendung konzipiert ist, sollte der Klickmechanismus auch beim Lösen (im Linkslauf) funktionieren. Dennoch ist es ratsam, das Lösen von festsitzenden Schrauben nach Möglichkeit mit einem dafür ausgelegten Werkzeug, wie einer Ratsche mit hoher Untersetzung, durchzuführen.
Prüfung auf Linkshänder-Anwendung
Wenn Sie sicherstellen möchten, ob Ihr Drehmomentschlüssel auch für das Lösen von Schrauben geeignet ist, prüfen Sie die Angaben des Herstellers. Viele moderne Drehmomentschlüssel sind für beide Richtungen ausgelegt. Zur Prüfung setzen Sie das Werkzeug wie gewohnt ein, stellen ein moderates Drehmoment ein und versuchen, eine Schraube zu lösen. Wenn das Werkzeug beim Lösen ebenfalls einen klaren Klick ausgibt, der dem eingestellten Moment entspricht, und danach frei dreht, ist dies ein gutes Zeichen. Achten Sie darauf, dass das Lösemoment nicht signifikant höher ist als das eingestellte Drehmoment, bevor der Klick erfolgt. Wenn das Werkzeug beim Lösen ein 'rasselndes' Geräusch macht oder sich sehr schwergängig anfühlt, ist Vorsicht geboten. Für eine definitive Aussage ist die Bedienungsanleitung Ihres spezifischen Modells entscheidend.
Ein Drehmomentschlüssel ist ein Präzisionsinstrument, dessen Funktion durch Missbrauch beim Lösen beeinträchtigt werden kann.
Alternative Werkzeuge zum Lösen
Für das Lösen von Schrauben, insbesondere wenn diese festsitzen oder stark angezogen waren, sind robuste und dafür ausgelegte Werkzeuge die bessere Wahl. Eine hochwertige Ratsche mit einem langen Griff oder einer Verlängerung bietet die nötige Hebelkraft, um auch hartnäckige Schrauben zu lösen, ohne den Drehmomentschlüssel zu überlasten. Eine Umschaltknarre mit feiner Verzahnung ermöglicht ein präzises Arbeiten, selbst in beengten Verhältnissen. Bei stark korrodierten oder festsitzenden Schrauben können spezielle Lösemittel oder Erwärmungstechniken hilfreich sein, bevor die eigentliche Kraft zum Lösen aufgebracht wird. Diese Methoden sind schonender für das Werkzeug und das Material. Ein Drehmomentschlüssel sollte stets als Werkzeug zum präzisen *Anziehen* betrachtet werden, nicht als Werkzeug zur allgemeinen Schraubmanipulation.
Digitale Drehmomentschlüssel: Spezielle Prüfpunkte
Digitale Drehmomentschlüssel haben die Präzisionsmesstechnik revolutioniert und bieten oft eine höhere Genauigkeit und mehr Funktionalität als ihre mechanischen Pendants. Doch auch diese hochentwickelten Werkzeuge erfordern spezifische Prüf- und Wartungsroutinen, um ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten. Die Prüfung des Klickmechanismus bei digitalen Modellen unterscheidet sich in einigen Punkten von mechanischen Werkzeugen, da hier elektronische Signale und Sensoren eine Rolle spielen. Die Batterie, als zentrale Energiequelle, ist ein weiterer kritischer Faktor, der bei der Prüfung und Wartung digitaler Drehmomentschlüssel berücksichtigt werden muss.
Batterie: Leistung und Wechsel
Die Batterieleistung ist für die korrekte Funktion eines digitalen Drehmomentschlüssels absolut entscheidend. Eine schwache Batterie kann zu ungenauen Messwerten, fehlerhaften Signalen oder einem vollständigen Ausfall des Geräts führen. Überprüfen Sie regelmäßig den Batteriestand, falls Ihr Modell eine entsprechende Anzeige bietet. Wenn die Anzeige niedrig ist oder das Gerät Anzeichen von Leistungsschwäche zeigt, ist es Zeit für einen Batteriewechsel. Verwenden Sie ausschließlich Batterietypen, die vom Hersteller empfohlen werden, um Beschädigungen der Elektronik zu vermeiden. Achten Sie beim Einlegen der Batterien auf die korrekte Polung. Eine regelmäßige Reinigung der Batteriekontakte kann ebenfalls zur Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung beitragen. Wenn Sie das Gerät über längere Zeit nicht nutzen, ist es ratsam, die Batterien zu entnehmen, um eine Tiefentladung oder Korrosion zu verhindern.
Sensoren und elektronische Auslösesignale
Im Gegensatz zu mechanischen Drehmomentschlüsseln, die sich auf Federn und mechanische Auslöser verlassen, nutzen digitale Modelle elektronische Sensoren, um das Drehmoment zu erfassen. Diese Sensoren messen die Dehnung oder Verwindung des Werkzeugs. Das Erreichen des voreingestellten Drehmoments wird dann durch ein akustisches Signal, eine Vibration oder eine visuelle Anzeige auf dem Display bestätigt. Die Prüfung konzentriert sich hier auf die Zuverlässigkeit dieser elektronischen Signale. Wenn der Klick- oder Vibrationsalarm nicht wie erwartet ausgelöst wird, oder wenn die Anzeige inkonsistent ist, kann dies auf eine Fehlfunktion des Sensors, der Elektronik oder der Signalübertragung hindeuten. Eine solche Fehlfunktion erfordert in der Regel eine professionelle Überprüfung, da die internen Komponenten nicht ohne Weiteres vom Anwender zugänglich sind.
Prüfung des digitalen Klickmechanismus (Signalgeber)
Die Prüfung des 'Klickmechanismus' bei einem digitalen Drehmomentschlüssel bezieht sich hauptsächlich auf die Auslösung der akustischen und/oder haptischen Alarme. Stellen Sie das Werkzeug auf einen bestimmten Drehmomentwert ein und wenden Sie langsam Kraft an, bis das Display den Wert anzeigt. Achten Sie darauf, ob das voreingestellte Alarmsignal (z. B. Piepton, Vibration) zum exakt gleichen Zeitpunkt ertönt, wie das Display den Zielwert erreicht. Wiederholen Sie dies für verschiedene Drehmomentwerte. Ein wichtiges Kriterium ist die Konsistenz: Löst der Alarm bei jedem Test mit demselben eingestellten Drehmoment zuverlässig aus? Wenn der Alarm zu spät, zu früh oder gar nicht ertönt, oder wenn die Intensität des Signals variiert, ist dies ein Anzeichen für ein Problem. Dies kann auf eine fehlerhafte Kalibrierung des Sensors, ein Problem mit der Signalverarbeitung oder eine zu schwache Batterie zurückzuführen sein.
Digitale Drehmomentschlüssel erfordern regelmäßige Kalibrierung, um die Genauigkeit ihrer Sensoren zu gewährleisten.
Kalibrierung digitaler Drehmomentschlüssel
Auch digitale Drehmomentschlüssel müssen regelmäßig kalibriert werden. Die Kalibrierung stellt sicher, dass die elektronischen Sensoren und die zugehörige Elektronik weiterhin präzise arbeiten. Der Prozess ähnelt dem bei mechanischen Werkzeugen, wird aber von spezialisierter Software und Prüfgeräten durchgeführt. Die Kalibrierung ist entscheidend, da elektronische Komponenten im Laufe der Zeit altern oder durch äußere Einflüsse (z. B. elektromagnetische Felder, Temperaturschwankungen) beeinflusst werden können. Die Intervalle für die Kalibrierung sind oft vom Hersteller vorgegeben und sollten strikt eingehalten werden. Eine fehlerhafte Kalibrierung bei digitalen Werkzeugen kann weitaus kritischer sein als bei mechanischen, da die digitale Anzeige auf den ersten Blick absolute Präzision suggeriert. Verlassen Sie sich niemals auf die Anzeige, ohne die Kalibrierung regelmäßig überprüfen zu lassen.
Zusammenfassung und Ausblick
Die korrekte Funktion des Klickmechanismus eines Drehmomentschlüssels ist das Fundament für präzise und sichere Schraubverbindungen. Die regelmäßige Prüfung, Wartung und gegebenenfalls Kalibrierung sind daher nicht nur empfohlene Praktiken, sondern essenzielle Schritte für jeden Anwender, der auf die Zuverlässigkeit seiner Werkzeuge angewiesen ist. Wir haben die verschiedenen Aspekte beleuchtet, von der grundlegenden Funktionsweise über die detaillierte Prüfanleitung bis hin zu Fehlerbehebung und fortschrittlichen Überlegungen für digitale Modelle. Das Verständnis und die Anwendung der hier vorgestellten Methoden gewährleisten, dass Ihr Drehmomentschlüssel seine Aufgabe mit der erforderlichen Präzision erfüllt und Sie sich auf seine Leistung verlassen können.
Die Bedeutung der Präzision von Drehmomenten
In vielen technischen Bereichen, von der Kfz-Industrie bis zur Luft- und Raumfahrt, sind exakte Anzugsmomente keine bloße Empfehlung, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Ein überzogenes oder unterzogenes Drehmoment kann zu einer Kaskade von Problemen führen: Materialermüdung, Rissbildung, Leckagen, lose Verbindungen und im schlimmsten Fall katastrophales Versagen von Bauteilen. Die Integrität einer Schraubverbindung beeinflusst direkt die Sicherheit und die Lebensdauer des gesamten Systems. Der Drehmomentschlüssel mit seinem Klickmechanismus ist das Werkzeug, das die Brücke zwischen der theoretischen Anforderung und der praktischen Umsetzung schlägt. Seine Genauigkeit ist somit direkt mit der Sicherheit und Funktionalität des Endprodukts verknüpft.
Langfristige Zuverlässigkeit durch korrekte Handhabung
Die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit eines Drehmomentschlüssels sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis konsequenter, korrekter Handhabung und Pflege. Dazu gehört die richtige Lagerung auf dem niedrigsten Drehmomentwert, um die Feder zu schonen, die regelmäßige Reinigung von Schmutz und Ablagerungen, und vor allem die Vermeidung von Missbrauch, wie die Verwendung als Brechstange oder zum Lösen festsitzender Schrauben, wo dafür ungeeignete Kräfte aufgewendet werden. Solche Praktiken schädigen nicht nur den Klickmechanismus, sondern auch die gesamte Mechanik des Werkzeugs und führen unweigerlich zu Ungenauigkeiten. Eine vorausschauende und sorgfältige Anwenderpraxis ist somit die beste Investition in die langfristige Präzision Ihres Werkzeugs.
Investieren Sie in die regelmäßige Wartung Ihres Drehmomentschlüssels, um dessen Lebensdauer und Präzision zu maximieren.
Der Zyklus von Prüfung, Wartung und Kalibrierung
Der gesamte Prozess – von der regelmäßigen Prüfung des Klickmechanismus durch den Anwender über die vorbeugende Wartung bis hin zur periodischen professionellen Kalibrierung – bildet einen essentiellen Zyklus. Dieser Zyklus stellt sicher, dass das Werkzeug stets im optimalen Zustand verbleibt. Die eigenen Prüfungen geben frühzeitig Hinweise auf mögliche Probleme, die Wartung verhindert Verschleiß und die Kalibrierung stellt die metrologische Genauigkeit wieder her. Dieses Zusammenspiel ist der Schlüssel zur Gewährleistung, dass Ihr Drehmomentschlüssel über Jahre hinweg ein verlässlicher Partner bleibt und Sie sich stets auf die exakt angezogenen Verbindungen verlassen können. Die Einhaltung dieser Prozesse ist ein Zeichen von Professionalität und Sorgfalt.
Ausblick: Zukünftige Entwicklungen
Die Entwicklung im Bereich der Drehmomentechnik schreitet stetig voran. Während mechanische Klick-Drehmomentschlüssel nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, gewinnen digitale und intelligente Drehmomentschlüssel zunehmend an Bedeutung. Diese Werkzeuge bieten nicht nur höhere Präzision und integrierte Diagnosefunktionen, sondern auch die Möglichkeit zur Datenerfassung und Vernetzung. Zukünftige Entwicklungen könnten noch ausgefeiltere Sensorik, KI-gestützte Analysen zur Vorhersage von Wartungsbedarf oder eine noch direktere Integration in digitale Arbeitsabläufe umfassen. Unabhängig von diesen technologischen Fortschritten wird die grundlegende Notwendigkeit der korrekten Prüfung und Wartung des Auslösemechanismus jedoch bestehen bleiben, um die Integrität und Präzision jedes einzelnen Anzugsmoments zu gewährleisten.
